Koma

Der Komapatient zeigt keine vom ICH bewusst ausgeführten körperliche Aktivitäten. Die Kommunikation zwischen dem KÖRPER und dem ICH ist gestört. Welcher Art die Störung ist, kann die Wissenschaft nicht ermitteln. 


Der KÖRPER wartet vielleicht auf eine Entscheidung des ICHs, die nie kommt, oder der KÖRPER bringt keine neue Aktualisierung seiner Wahrnehmungen in das Bewusstsein des ICHs.
Vielleicht kann auch die Handlungsoptionen für die sich das ICH entschieden hat, wegen neuronaler Störungen nicht mehr ausgeführt werden. Der KÖRPER macht dann nichts und es gibt keine entsprechende Aktualisierung des Körperzustandes. Das ICH wartet ständig auf eine Aktualisierung, die nicht kommt. Wobei das Warten nicht erlebt wird. Es ist ein Stillstand des ICHs.
Ob das ICH keine Information mehr bekommt, entzieht sich der Untersuchung. Die wissenschaftlichen Methoden können nur Körper untersuchen. Ist der KÖRPER noch aktiv, denn hält er die Körperfunktionen aufrecht, so wie es sein Auftrag ist.
Der KÖRPER darf aber ohne Anweisung vom ICH keine Muskel Aktivitäten ausführen, um sich zum Beispiel Nahrung zu beschaffen. Der KÖRPER muss künstlich ernährt werden.
Neuere Untersuchungen an Komapatienten haben gezeigt, dass zumindest der KÖRPER etwas wahrnimmt. Bei der funktionellen Magnetresonanztomographie (MRT) werden Patienten in einen tunnelförmigen etwa 1,60 Meter langen Scanner gelegt.
Er bildet das Gehirn dreidimensional ab und stellt farblich dar, welche Hirnregionen zur Zeit der Aufnahme aktiv sind. Der Tomograph macht sich dabei die Arbeitsweise des Gehirns zunutze.
Je aktiver ein Gebiet im Hirn ist, desto mehr mit Sauerstoff beladene rote Blutkörperchen halten sich dort auf. Diese haben magnetische Eigenschaften, auf die der MR-Tomograph reagiert. Ist eine Region des Gehirns besonders aktiv, halten sich dort viele mit Sauerstoff beladene rote Blutkörperchen auf und dies wird auf den MRT-Bildern dargestellt.
Erstes Beispiel
Mit dieser Methode untersuchten Jülicher Forscher um Dr. Eickhoff eine Patientin. Zunächst scannten sie als Vergleichsgrundlage ihr Gehirn im Ruhezustand, wenn sie niemand berührte oder ansprach.
Als nächstes führten die Forscher drei verschiedene Versuche durch.
Sie hielten ihr die Augenlider auf und schalteten ein flackerndes Licht an.
Sie strichen mit einem rauen Schwamm über ihre Unterarme.
Und sie spielten ihr zusammenhanglose Worte wie laufen, Buch oder Ananas vor.
Die MRT-Aufnahmen zeigten es deutlich:
Das Flackerlicht aktivierte ihre Sehrinde und die rauen Schwämme auf ihren Armen den somatosensorischen Cortex, zuständig für den Tastsinn.
Alles auf den Aufnahmen sah aus, wie man es bei einem gesunden Menschen erwarten würde. Was die Forscher noch mehr überraschte, waren die Ergebnisse des Hörtests. Die Worte lösten nicht nur Aktivitäten in der Hörrinde aus, sondern auch in den Sprachregionen des Gehirns.
Das Überraschende dabei: Die Sprachregionen sind bei bewusstlosen Probanden, wenn sie etwa unter Narkose stehen, nicht aktiv.
Dieser Befund ist ein Hinweis darauf, dass eine Sprachverarbeitung stattfand. Es ist aber kein Hinweis, dass das ICH des Patienten mit der Bedeutung der Worte konfrontiert wurde, obwohl die höheren Hirnregionen der Bedeutung des gehörten im Sprachzentrum angesprochen wurden.
Zweites Beispiel
Forscher um Martin Monti der Brain Sciences Unit des Medical Research Council in Cambridge haben eindeutige Beweise erbracht, dass ein seit fünf Jahren im Wachkoma liegenden Patienten seine Umwelt wahrnehmen kann.
Mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (MRT) durchleuchteten sie sein Gehirn während sie ihm eine Reihe einfacher Fragen stellten. Wenn er die Fragen mit Ja beantwortet, sollte er sich vorstellen Tennis zu spielen. Im Falle von nein, sollte er sich vorstellen durch ein Haus zu laufen.
Fünf von sechs Fragen konnte der Patient richtig beantworten. Zum Beispiel, ob sein Vater Alexander heißt. Vorher ermittelten die Forscher natürlich an gesunden Patienten, welche Regionen des Gehirns bei der Vorstellung des Tennisspielens und beim durch ein Haus Laufen aktiviert werden.
Finale Theorie
Beide Beispiele sind kein Beweis dafür, dass das ICH reagiert hat. Denn die erkennbaren Details im MRT, welche einzelnen Neuronen aktiv sind, sind wahrscheinlich noch zu ungenau.
Das MRT sieht wahrscheinlich nur die Aktivitäten, die nur vom KÖRPER veranlasst werden und der Auswahl an möglichen Handlungsoptionen und deren Vorbereitungen aus dem Weltbild des ICHs dienen, die sich wegen der Änderungen der KÖRPER Wahrnehmungen anbieten.
Jetzt könnte die Wahrnehmungs-Änderungen und diese möglichen Handlungsoptionen an das ICH übermittelt werden (Siehe Libet-Experimente). Ob das wirklich geschieht ist unklar.
Das MRT müsste unterscheiden können, ob überhaupt eine Handlungsoption vom ICH angestoßen wurde und wenn ja, welche. Das wäre ein Beweis dafür, dass das ICH reagiert hat.