2014/06: Turkish Stream Pipeline

Bulgarien wurde vom Westen im Juni 2014 dazu gebracht, seine Zustimmung zu South Stream zurückzuziehen, und Russland nahm Abstand von dem Projekt, was der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel bedauerte.

 

Moskau und Ankara einigten sich Ende 2014 stattdessen auf den Bau der mit 63 Mrd. Kubikmetern sehr leistungsfähigen Pipeline „Turkish Stream“, die von Russland durch das Schwarze Meer direkt in die Türkey führen soll. Hiervon sollten 14 Mrd. für den türkischen Markt bestimmt sein und fast 50 Mrd. über Griechenland zu europäischen Abnehmern gelangen. Hierdurch sollten die Einwände der EU-Kommission umgangen werden.

 

Die scharfen russisch-türkischen Spannungen machten diese Pläne Ende 2015 zunichte. Präsident Erdogan sprach im August 2016 bei seinem Russlandbesuch davon, dass sie nunmehr umgesetzt würden. Sein russischer Amtskollege machte hingegen deutlich, dass man sich lediglich auf einen Pipelinebau verständigt habe, um Lieferungen an die Türkei selbst zu verstärken.

 

Ein Ausbau auf die geplanten 63 Mrd. Kubikmeter komme erst dann in Frage, wenn mit der EU-Kommission eine Einigung gefunden werde. Die Pipeline für den türkischen Bedarf soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 in Betrieb gehen.

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