1986/04: Bombenanschlag auf Diskothek La Belle in Berlin

Auf die Diskothek La Belle wurde in der Nacht vom 4. auf den 5. April 1986 ein Bombenanschlag verübt. Bereits am Tag nach dem Anschlag beschuldigte US-Präsident Ronald Reagan den libyschen Revolutionsführer und de facto Staatschef Muammar al-Gaddafi, das Attentat angeordnet zu haben, um damit die Versenkung zweier libyscher Kriegsschiffe durch US-amerikanische Streitkräfte im März 1986 im Rahmen der Operation Attain Document zu rächen.

 

Am 12. April 1986 beschlossen die drei westlichen Alliierten für West-Berlin in Abstimmung mit dem Berliner Senat aufgrund des La-Belle-Anschlags umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Stadt

 

Es gab eine Vielzahl von Rechtsanwälten, die für die Opfer des Anschlags im Gerichtsverfahren vor dem Landgericht Berlin gegen die Verantwortlichen als Nebenklägervertreter tätig waren. Maßgeblich für die Verurteilung der Angeklagten war neben dem Berliner Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis der Berliner Rechtsanwalt Andreas Schulz.

 

Er hat nicht zuletzt durch das Auffinden geheimer Dokumente erreicht, dass das Landgericht Berlin feststellte, es sei überzeugt dass der libysche Geheimdienst den Anschlag geplant und durchgeführt habe.

 

Ein US-Journalist glaubt, nach jahrelangen, investigativen Recherchen, die Identität des Bombenbauers herausgefunden zu haben, der die Bomben für den Anschlag auf die Diskothek La Belle in Berlin und auf das über Lockerbie abgestützte Flugzeug gebaut haben soll. Abu Agila Mas’ud war ein Geheimdienst-Offizier unter Gaddafi und steht im Herbst 2015 in Tripolis vor Gericht für Verbrechen gegen die Bevölkerung Libyens. Er wird auch hier beschuldigt, Bomben gebaut zu haben, die gegen Oppositionelle eingesetzt wurden.

Print Friendly, PDF & Email