2010/03: Wisnewski: Der Europa-Stratege – Étienne Davignon

Als einer der wichtigsten Führer der Bilderberger studierte Étienne Davignon an der ältesten, heute noch bestehenden katholischen Universität der Welt, der Katholischen Universität im belgischen Löwen.

 

Nach seiner Promotion zum Doktor der Rechte Ende der fünfziger Jahre stieg Davignon zur zentralen Figur der europäischen Industrie und Politik und zu einem der wichtigsten Strategen der Europäischen Union auf.

 

Zunächst belgischer Außenminister, amtierte Davignon danach – von 1974 bis 1977 – als erster Chef der Internationalen Energieagentur (IEA).

 

Danach wurde er Mitglied der Europäischen Kommission, der er von 1981 bis 1985 als Vizepräsident vorstand.

 

1989 wurde er Verwaltungsrat der belgischen Großbank Société Générale de Belgique (SGB) und leitete außerdem zahlreiche wichtige Großunternehmen (mit), wie den belgischen Bergbaukonzern Union Minière, den Energieversorger Tractabel, den deutschen Chemiegiganten BASF, das US-Pharmaunternehmen Gilead (Entwickler des Grippemittels Tamiflu), den mächtigen Ver- und Entsorgungskonzern Suez, den luxemburgischen Stahlkonzern Arbed und den italienischen Autohersteller Fiat.

 

Davignon spielte in zahlreichen europäischen Denkfabriken eine wichtige Rolle, so beim »European Round Table of Industrialists« und bei den »Friends of Europe«. In kaum einer anderen Person vereinigen sich europäische Politik und europäisches Business so wie in Davignon. 1991 wurde er Präsident der »Association pour l’union monétaire en Europe«, der »Vereinigung für die Schaffung der Europäischen Währungsunion«.

 

Bei den Bilderbergern saß der Europa-Stratege im sogenannten »Steering Committee« (»Lenkungsausschuss«), danach wurde er Ehrenpräsident der Versammlung.

 

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