Geheimes Pflanzen-Bewusstsein: Nur ein Bio-Roboter?

Die Pflanze – Nur ein Bio-Roboter?

In der klassischen Lehre der Biologie ist jedes Gewächs ein fein austarierter Apparat. Stur folge er einem eingebauten genetischen Programm und reagiere auf den gleichen Reiz immer gleich. Eine Art Bio-Roboter im Blumentopf.

 

»Wenn man aber die vielen neuen Forschungsergebnisse berücksichtigt, die wir in den letzten Jahren gesammelt haben, dann muss man Pflanzen in einem neuen Licht betrachten«, sagt Trewavas, der im Labor beobachtet hat, dass sich selbst Klone unter den gleichen Bedingungen unterschiedlich verhalten.

 

Gewächse, die bis auf den letzten Buchstaben deckungsgleiches Erbgut aufweisen, reagieren bei derselben Temperatur und Feuchtigkeit ganz verschieden.

 

Es ist genau dieser Eigensinn, der für Trewavas Intelligenz darstellt. Denn durch die Eigenwilligkeit erlangt das vermeintlich tumbe Gewächs die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen.

 

 Es kann lernen, sich erinnern – und auch rechnen. Mit ihren zellulären Rechenkünsten lösen Ranken komplizierte geometrische Aufgaben. Sogar betriebswirtschaftliche Kalkulationen beherrscht die Pflanze. »Und selbst über die anspruchsvollste Intelligenzleistung verfügt sie«, sagt Trewavas, »sich eine Vorstellung von der Zukunft zu machen.«


Jüngsten Erkenntnissen zufolge haben Pflanzen im Grunde alle Eigenschaften eines intelligenten Tiers – nur sind Blumen und Bäume langsamer, bedächtiger und für unsere Ohren stumm. Es ist fast, als würden sie ein Leben in anderen Dimensionen führen.

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