Einleitung.

Vor dem Abstrakt steht der menschliche Geist wie der Ochs vor dem Berg, Und ein vollkommenes Abstrakt war das Geld bisher. Es war gar nichts da, womit wir es hätten vergleichen können. Zwar gab es verschiedene Geldsorten, Metall- und Papiergeld, aber diese verschiedenen Abarten waren inbezug auf die Hauptsache am Gelde, das sind die Kräfte, die seinen Umlauf regeln, vollkommen gleich, was beim Geldtheoretiker darum auch zu einem Versagen der Geisteskräfte führen mußte. Das Gleiche ist unvergleichbar und begrifflich tot. Die Geldtheorie stand immer noch vor dem Berg, er war ihr einfach unüberwindlich. In keinem Staate der Welt gab es und gibt es eine gesetzlich anerkannte Theorie des Geldes, nach der sich die Geldverwaltung zu richten hätte. Überall „wurstelt“ die Geldverwaltung mit Erfahrungssätzen, die ihr zugleich als unbeschränkte Vollmacht dienen. Dabei handelt es sich um die Grundlage der Finanzen und der Volkswirtschaft, um einen Gegenstand, der sich seit Jahrtausenden von Hand zu Hand wälzt, dessen praktische Bedeutung die Einbildungskraft anregt, wie kaum ein zweiter und den wir selbst obendrein seit 3000 Jahren künstlich herstellen!

 

Man bedenke, was das heißt: seit 3000 Jahren in einer der wichtigsten Staats- und Privatangelegenheiten unbewußt, blindlings, erkeuntnislos vorgehen! Wenn man noch eines Beweises bedürfte für die Hoffnungslosigkeit des sogenannten abstrakten Denkens, so haben wir ihn hier.


Mit dem hier dargestellten Freigeld ändert sich diese Sachlage vollständig. Das Geld hat nun aufgehört, ein Abstrakt zu sein. Das Freigeld bringt zum erstenmal einen Vergleichspunkt für die Betrachtung des Geldes. Das Geld hat einen Hintergrund bekommen, es ist durch Farbenabtönung und Flächenbegrenzung der menschlichen Betrachtung erschlossen. Gebt mir nur einen Stützpunkt, ruft Archimedes, so hebe ich die Erde aus ihren Angeln! Mit einem Vergleichspunkt löst der Mensch jede Aufgabe.


Das Freigeld schafft das Lot zum Bau der Geldtheorie, an dem alle Abweichungen von der Senkrechten unmittelbar wahrnehmbar sind.

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