2026/01: US-Krieg gegen Venezuela: Wie der Friedensnobelpreis den 1,7-Billionen-Ausverkauf vorbereitete Die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado war offen für eine US-Militärintervention in Venezuela. Europa ebnet durch Delegitimierung den Weg. Jetzt sehen wir die Konsequenz.
- Berliner Zeitung: US-Krieg gegen Venezuela: Wie der Friedensnobelpreis den 1,7-Billionen-Ausverkauf vorbereitete
Die Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado war offen für eine US-Militärintervention in Venezuela. Europa ebnet durch Delegitimierung den Weg. Jetzt sehen wir die Konsequenz.

Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado vor wenigen Wochen markierte den vorläufigen Höhepunkt einer jahrelangen Kampagne zur Delegitimierung der venezolanischen Regierung.
Machado, die offen für eine US-Militärintervention wirbt, um die Regierung von Nicolás Maduro zu stürzen, wurde vom Nobelkomitee als „Friedensikone” gefeiert – eine Perversion des Preises, die selbst den langjährige Unterstützer des Preiskomitees verprellte.
Was den Kritikern klar war
Diesen Kritikern der Verleihung war klar, worauf diese Entscheidung hinausläuft: auf den Aufbau einer politischen Phalanx gegen den Präsidenten des südamerikanischen Landes, Nicolás Maduro, während die US-Kriegsmarine die militärische Phalanx errichtete.
Die heutige US-Intervention in Venezuela mit der gezielten Entführung des Staatschefs und seiner Ehefrau sowie ihrer Verbringung in die USA sind die Folge. Wenn das Frieden bedeutet, der mit westlichen Preisen geehrt wird – wozu braucht es dann noch Krieg?
Auch Europa war beteiligt
Europa und insbesondere Deutschland haben durch ihre ambivalente Haltung den Boden für die aktuelle Eskalation bereitet. Zwar forderte man in Berlin formal nie eine militärische Intervention, doch durch ihre Politik der systematischen Delegitimierung Maduros stärkte man de facto Washington den Rücken.
Die Anerkennung des im Lande nicht wohlgelittenen Juan Guaidó als „Interimspräsident” im Jahr 2019 durch Deutschland und andere EU-Staaten folgte explizit der US-Linie – ein fataler Präzedenzfall, der die Souveränität Venezuelas grundsätzlich infrage stellte. Ebenso wie das geltende Völkerrecht. Wer US-Präsident Donald Trump und seinem Außenminister Marco Rubio heute zuhörte, dem wurde klar: Das ist „wertegeleitete Außenpolitik“ par excellence.
Machado bereit zur Privatisierung des venezolanischen Erdöls
Die zuvor gezielt geehrte María Corina Machado ist keine gewöhnliche Oppositionelle – sie ist die radikalste Befürworterin ausländischer Kontrolle über Venezuela seit 1999. Ihre Positionen lesen sich wie eine Blaupause für die jetzige US-Operation: Sie unterstützt nicht nur Sanktionen, die Venezuelas Ölsektor zerstören, sondern begrüßt explizit die physische Beschlagnahme venezolanischer Öltanker durch die US Navy als „sehr notwendigen Schritt“.
In CBS-Interviews legitimierte sie militärische Operationen als „law enforcement“ – eine semantische Verschleierung von Kriegshandlungen. Ihre Vision für Venezuela? Die vollständige Privatisierung von PDVSA mit US-Unternehmen in der „Schlüsselrolle“ bei einem Geschäftsvolumen von 1,7 Billionen Dollar. Machado verspricht nichts weniger als die Transformation Venezuelas in einen „strategischen Energiepartner“ der USA – ein Euphemismus für neokoloniale Ressourcenkontrolle.
Die europäische Mittäterschaft
Seit 2019 folgten Deutschland und die EU-Staaten der US-Strategie der systematischen Delegitimierung. Mit der Anerkennung Guaidós übernahmen sie nicht nur Washingtons Position – sie schufen ein völkerrechtliches Vakuum. Denn wer ist befugt, gegen eine „illegitime“ Regierung vorzugehen? Die Antwort liefert Trump jetzt mit Kriegsschiffen und Entführungskommandos.
Der entscheidende Punkt: Während die USA ihre Interventionsabsichten kaum verhüllten, vermieden es die Europäer konsequent, militärische Optionen kategorisch abzulehnen. Diese kalkulierte Ambiguität – der UN-Sicherheitsrat wurde bewusst umgangen, multilaterale Mechanismen ignoriert – signalisierte Washington: Europa wird nicht intervenieren, wenn Trump zuschlagen lässt.
Der Nobelpreis als Zündfunke
Die Geschichte wird den 10. Oktober 2025 als Wendepunkt markieren: als den Tag, an dem das Nobelkomitee endgültig seine Unabhängigkeit aufgab und sich zum Erfüllungsgehilfen westlicher Machtpolitik machte. Die Auszeichnung Machados war keine Würdigung des Friedens, sondern die Heiligsprechung der Kriegsvorbereitung.
Der Norwegische Friedensrat boykottierte erstmals in seiner Geschichte die Zeremonie – ein beispielloser Protest gegen die Perversion des Preises. Machado, die offen eine „Operación de Paz y Estabilización“ fordert (nichts anderes als eine multilaterale Invasion), die Benjamin Netanjahus Gaza-Politik lobt und Trump als „Champion der Freiheit“ feiert, wurde zur globalen Friedensikone stilisiert.
Diese Nobelpreis-Verleihung war das finale Signal an Washington: Die internationale Gemeinschaft legitimiert präventiv, was kommen wird. Der Friedensnobelpreis ist zum geopolitischen Instrument verkommen, zur moralischen Begleitmusik für Washingtons Interessen.
Die Monroe-Doktrin in neuem Gewand
„All das Öl ist direkt vor unserer Haustür“, erklärte Trump bereits 2020. Jetzt setzt er diese imperiale Logik um – mit dem „Krieg gegen Drogen“ als flexiblem Rechtsrahmen. Die Absurdität ist offensichtlich: Venezuela produziert keine nennenswerten Drogenmengen. Es geht, wie das venezolanische Außenministerium präzise formuliert, immer um die Bodenschätze, das Öl, die Energie.
Die Zahlen sprechen eine brutale Sprache: Dutzende Tote vor Venezuelas Küste in wenigen Wochen, systematisch versenkte Boote und ermordete Überlebende. Der weltgrößte Flugzeugträger USS Gerald R. Ford vor Venezuela – für Drogenbekämpfung? Die Farce ist so durchsichtig wie zynisch – und endet nun in einer offenen, neokolonialen Nationbuilding
Machados Netzwerk der Intervention
Machado unterhält direkte Verbindungen zu Trumps innerem Machtzirkel: Marco Rubio, Mike Waltz, die republikanischen Hardliner Floridas. Sie räumte ein, US-Unterstützung für ihre Reisen und Sicherheit zu erhalten. Ihre politische Agenda ist untrennbar mit Washingtons geostrategischen Interessen verwoben.
Wenn Machado von „Freiheit erfordert Stärke“ spricht und Venezuela als von „Iran, Hezbollah, Hamas infiltriert“ bezeichnet, bedient sie gezielt neokonservative Feindbilder. Sie konstruiert Venezuela als Bedrohung für die US-Sicherheit – die klassische Rechtfertigung für „präventive“ Militärschläge.
Der Preis als Kriegserklärung
Die Verleihung des Friedensnobelpreises an Machado war keine Anerkennung, sondern eine Autorisierung. Sie transformierte eine regionale Hardlinerin zur globalen Legitimationsfigur für militärische Intervention. Ihre explizite Unterstützung für Öl-Beschlagnahmen, ihre Billigung militärischen Drucks, ihre Vision einer privatisierten, US-dominierten Ölindustrie – all das wurde mit dem Nobelpreis international sanktioniert.
Die systematische Politisierung des Nobelpreises spiegelt die Machtverschiebungen der letzten Jahrzehnte. Als das Komitee 1973 Henry Kissinger auszeichnete, während dieser Kambodscha bombardieren ließ, war das noch ein Skandal. Heute ist es Normalität. Barack Obama erhielt den Preis 2009 präventiv – für Frieden, den er erst schaffen würde. Er führte anschließend mehr Kriege als George W. Bush.
Die bittere Pointe
Während Machado unbehelligt von Venezuela nach Oslo reiste – die angeblich so brutale Maduro-Diktatur ließ sie ziehen –, zerschießt die US-Armee im größten Truppenaufzug Washingtons in Lateinamerika seit den 1980er-Jahren vermutlich Unschuldige vor derselben Küste und bombardiert nun Caracas.
Der Friedensnobelpreis als Farce: Wenn Kriegstreiber zu Friedensikonen werden
Venezuela steht vor einer humanitären Katastrophe. Doch statt auf Vermittlung zu setzen, gießt der Westen Öl ins Feuer. Der Friedensnobelpreis legitimiert die nächste „Befreiung“, die in Chaos und Bürgerkrieg mündet – wie in Libyen, Syrien, Irak.

Impressum