Zentrum der Gesundheit: Sulvinsäure Besonders bekannt wurden Fulvin- und Huminsäuren als entscheidende Bestandteile von Shilajit (Mumijo) – einer Substanz, die schon seit Jahrhunderten (oder länger) von den Menschen im Himalaya und anderen Gebirgsregionen als Heil- und Stärkungsmittel genutzt wird. Seit einigen Jahren ist Shilajit als Nahrungsergänzungsmittel im Handel.

 2026-01-17, 17:33


Fulvinsäure ist in den letzten Jahren zu einem Trend-Nahrungsergänzungsmittel geworden – oft mit zahlreichen  Versprechen von Detox über Darmgesundheit bis Anti-Aging. 

 

Gleichzeitig ist die Studienlage noch recht dünn und unübersichtlich. Wir stellen den Stand der Dinge vor, geben einen Überblick zu den vorliegenden klinischen Studien und beantworten die häufigsten Fragen rund um die Fulvinsäure.

Was ist Fulvinsäure?

Fulvinsäuren werden auch Fulvosäuren genannt. Im Gegensatz zu Säuren, wie Salzsäure, Ascorbinsäure oder Zitronensäure, handelt sich bei der Fulvinsäure nicht um eine bestimmte Säure, sondern um einen Säurekomplex, also eine Mischung vieler organischer Säuren mit ähnlicher Struktur.

 


Sie entstehen beim natürlichen Abbau von Pflanzen- und Tiermaterial – und zwar im Laufe vieler Jahrzehnte bis Jahrtausende. Dies kann im normalen Boden der Fall sein (hier nur in geringen Mengen). In relevanten Mengen bilden sich die Säuren hingegen in Mooren oder unter bestimmten Bedingungen in manchen Gesteinsschichten im Gebirge.


Dabei entstehen immer auch Huminsäuren. Auch hier handelt es sich nicht um eine einzelne Huminsäure, sondern um einen Säurekomplex.


Besonders bekannt wurden Fulvin- und Huminsäuren als entscheidende Bestandteile von Shilajit (Mumijo) – einer Substanz, die schon seit Jahrhunderten (oder länger) von den Menschen im Himalaya und anderen Gebirgsregionen als Heil- und Stärkungsmittel genutzt wird. Seit einigen Jahren ist Shilajit als Nahrungsergänzungsmittel im Handel.


Lesen Sie mehr über Shilajit bzw. Mumijo in unserem Artikel Mumijo – Das schwarze Gold der Berge.

Fulvinsäuren und Huminsäuren – Der Unterschied

Beide Säuren gehören zu den Huminstoffen, unterscheiden sich aber in Größe, Löslichkeit und Reaktionsverhalten:

  • Fulvinsäuren sind kleinmolekular und vollständig wasserlöslich. Sie haben eine helle, gelblich-braune Farbe und sind chemisch aktiver (sie haben mehr Carboxylgruppen). Diese Eigenschaften führen dazu, dass sie auch in den Blutkreislauf gelangen und dort z. B. Mineralstoffe in die Zellen transportieren, Zellen antioxidativen Schutz bieten und den Stoffwechsel unterstützen.
  • Huminsäuren sind größer und schwerer, weniger gut wasserlöslich und dunkelbraun bis schwarz. Diese Eigenschaften wiederum bedeuten, dass Huminsäuren eher an der Oberfläche bleiben, z. B. an der Darmschleimhaut und dort Toxine aufnehmen können.


Beide können bei äußerlicher Anwendung die Haut schützen und dort Heilprozesse unterstützen.

Was ist Shilajit?

Fulvin- und Huminsäuren werden am besten in Form von Shilajit eingenommen. Shilajit wird auch Mumijo genannt. Inzwischen gibt es Shilajit-Präparate, die zu 60 bis über 80 % aus Fulvinsäure bestehen. Der Anteil von Huminsäuren ist stets geringer (10 -15 %).


Shilajit entsteht über viele Jahrhunderte bis Jahrtausende aus pflanzlichen und mikrobiellen Ablagerungen, die in Felsspalten des Hochgebirges eingeschlossen werden. Durch Druck,
Temperaturwechsel, Mikroorganismen und Oxidationsprozesse wird dieses organische Material immer stärker umgewandelt.


Nach und nach bildet sich eine dunkle, zähflüssige, harzartige Substanz. In der kalten Jahreszeit ist sie hart und unscheinbar.


Wenn die Sonne aber in den heißen Sommermonaten dann das Gestein erwärmt, tritt eine braunschwarze, teerartige Masse aus den Felsen aus – meist in Höhenlagen über 1000 bis 3000 Meter (z. B. im Himalaya, in den Anden, im Altai-Gebirge).


Einer Legende nach beobachteten Bergbewohner und Hirten vor vielen Jahrhunderten, wie wilde Tiere diese Ablagerungen ableckten. Weil die Tiere besonders vital und kräftig wirkten, begann man, die Substanz selbst zu sammeln und einzunehmen.

Shilajit in der Volksheilkunde

Bald fand Shilajit seinen Weg in die Volksheilkunde. In den alten Schriften des Ayurveda wird es bereits vor über 2000 Jahren als Rasayana beschrieben, also als Mittel zur Verjüngung und Steigerung der Lebenserwartung.


Auch in der zentralasiatischen Volksmedizin – dort unter dem Namen Mumijo bekannt – galt es als Heilharz, das Wunden heilen und Kräfte zurückbringen konnte. Die traditionelle Anwendung war einfach: Das Harz wurde in winzigen Mengen in heißem Wasser, Tee oder Milch aufgelöst (eventuell noch mit Kräutern kombiniert) und getrunken oder äußerlich aufgetragen.


In Nepal und Nordindien sollen es auch Kinder mit Milch zum Frühstück erhalten. Die Sherpas sagen, Shilajit sei Teil ihrer Ernährung und für ihre Widerstandskraft und körperliche Belastbarkeit in großer Höhe mitverantwortlich.


Die Sherpas sind ein Bergvolk, das im Himalaya Nepals in Höhenlagen zwischen 3.000 und über 5.000 Metern lebt. Sie sind weltberühmt als Träger, Bergführer und Hochgebirgsexperten, insbesondere durch Expeditionen zum Mount Everest.

Shilajit als Nahrungsergänzung in der Neuzeit 

Der Weg vom Gebirgsharz zum modernen Nahrungsergänzungsmittel begann erst in der Neuzeit: Im 20. Jahrhundert begannen sowjetische und indische Forscher, Shilajit chemisch zu analysieren. Dabei stellten sie fest, dass es hohe Konzentrationen an Huminsäuren, Fulvinsäuren, Mineralstoffen und Spurenelementen, z. B. Selen enthält – also genau jene Stoffe, die man später als antioxidativ und entzündungsmodulierend beschrieb.


Heute wird Shilajit in Indien, Nepal, Russland und zunehmend auch in westlichen Ländern als Nahrungsergänzungsmittel angeboten – meist als gereinigtes Harz, Pulver oder Extrakt in Kapseln. 
Manchmal liest man „Asphaltum“ auf Shilajit-Produkten. Dies ist die traditionell-pharmazeutische Bezeichnung für gereinigtes Shilajit – aufgrund der schwarzen, harzartigen Optik.

Wie wirkt Fulvinsäure im Körper?

 Die genaue Wirkweise von Fulvinsäure ist komplex und wird noch erforscht. Aus Labor- und Tierstudien sowie ersten Humanstudien lassen sich einige mögliche Mechanismen ableiten.

Macht Mineralstoffe bioverfügbar

Fulvinsäure kann Mineralstoffe binden und in eine Form bringen, die besser löslich ist. In der Theorie könnte das die Aufnahme bestimmter Mineralstoffe im Darm verbessern. Dies ist einer der Gründe, warum Fulvinsäure oft zur gemeinsamen Einnahme mit Mineralstoffen empfohlen wird.


Die Säure kann auch Schwermetalle binden. Während die Bindung zu Mineralstoffen aber schwach ist (diese werden im Körper abgegeben, wo sie gebraucht werden), ist die Bindung zu Schwermetallen stärker. Diese werden daher eher nicht mehr losgelassen, sondern ausgeleitet. Mehr dazu weiter unten unter „Ist Fulvinsäure ein gutes Detox-Mittel?“.

Wirkt antioxidativ

Die Säure besitzt antioxidative Eigenschaften. Antioxidantien sind Stoffe, die freie Radikale neutralisieren – aggressive Sauerstoffverbindungen, die Zellen schädigen können. In Studien zeigen Fulvinsäurepräparate eine relevante antioxidative Kapazität.


Fulvinsäure kann verschiedene reaktive Sauerstoffspezies (ROS) wie Superoxid, Hydroxylradikale, Peroxynitrit u. a. binden und damit oxidativen Stress reduzieren (17). In Tierstudien steigert sie auch die Aktivität von körpereigenen antioxidativ tätigen Enzymen (z. B. SOD, Katalase, Glutathion-System).

Wirkt in hohen Dosen krebshemmend

In Laborstudien zeigte die Säure unter bestimmten Bedingungen
auch eine oxidative Wirkung. Abhängig ist dies u. a. davon, wie „oxidativ“ oder „reduktiv“ das Milieu um sie herum ist. In gesunden Zellen ist das Gleichgewicht meist stabil. Hier wirkt die Fulvinsäure antioxidativ. Sie fängt freie Radikale ab, regeneriert andere Antioxidantien und schützt Zellmembranen. In Tumorzellen dagegen herrscht oft ein dauerhaft reduziertes (antioxidativ überversorgtes) Milieu. Dort kann die Säure Elektronen aufnehmen und damit freie Radikale erzeugen, also den oxidativen Stress erhöhen. Das wiederum kann Tumorzellen in den programmierten Zelltod (Apoptose) treiben.


Eine oxidative Wirkung erreicht man jedoch nicht mit den üblichen Dosen, die oral aufgenommen werden. Diese wirken klar antioxidativ. Man müsste sich die Säure per Infusion o. ä. in hohen Mengen verabreichen lassen.

Wirkt entzündungshemmend und immunaktivierend

Fulvinsäure beeinflusst das Immunsystem. In Zellkultur- und Tierstudien wurden sowohl entzündungshemmende als auch entzündungsfördernde Effekte beobachtet – abhängig von der Dosis, der Art der Fulvinsäure und dem Versuchsmodell.


In niedrigen Dosen kann Fulvinsäure entzündliche Signale dämpfen, in höheren Dosen oder bestimmten Situationen aber auch Immunzellen aktivieren.

 

In den Dosierungen, wie sie in Nahrungsergänzungsmitteln üblich sind, zeigt Fulvinsäure (z. B. in Form von Shilajit) jedoch eine überwiegend entzündungshemmende Wirkung. Sie kann proinflammatorische Zytokine in Immunzellen senken und die Mastzell-Aktivität dämpfen (was die Histaminfreisetzung reduziert).


Bei Colitis ulcerosa beispielsweise zeigen Tierstudien, dass Shilajit (allerdings per Magensonde oder anal verabreicht) die entzündungsfördernden Botenstoffe auf das Niveau der gesunden Kontrollgruppe senkte (15). Es wirkte damit stärker als Sulfasalazin, ein Medikament, das bei C. ulcerosa häufig langfristig gegeben wird, um die Entzündung zu hemmen.


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Lindert Ekzeme der Haut

Bei äußerlichen Anwendungen scheint die Fulvinsäure die Barrierefunktion und Entzündungsreaktionen der Haut zu beeinflussen (1). Studien dazu wurden jedoch meist mit einer synthetisch hergestellten, hochreinen Fulvinsäure durchgeführt (DHD-FA), so dass die Ergebnisse nicht auf natürliche Präparate übertragen werden können.


Eine klinische Studie zeigte beispielsweise, dass eine Creme mit 3,5 % sogenannter „carbohydrate-derived fulvic acid“ (CHD-FA) bei Menschen mit Ekzemen die Symptomatik (Rötung und Schweregrad) besser linderte als eine vergleichbare Placebo Creme (ohne Fulvinsäure).


Die Creme wurde dazu zweimal täglich 4 Wochen lang aufgetragen. Manchmal wurde ein kurzzeitiges Brennen nach dem Auftragen verspürt. Ansonsten war die Anwendung verträglich und nebenwirkungsfrei.

Wirksam gegen Candida

Ekzeme können sich z. B. durch einen Befall mit Candida-Pilzen entwickeln. Und genau das soll das Spezialgebiet der CHD-FA sein. Sie wirkt gut antimykotisch und antimikrobiell – insbesondere gegen Candida albicans und andere verwandten Hefen (z. B. C. glabrata, C. tropicalis).


CHD-FA soll über mehrere Mechanismen schließlich zur Auflösung der Hefezellen führen. Die Säure greift die Hefezellmembran an und stresst die Hefezellen außerdem oxidativ, so dass sie empfindlicher auf Antipilzmittel reagieren (z. B. Fluconazol). Selbst Biofilme soll CHD-FA zerstören können. Gesunde Hautzellen werden dabei nicht beeinträchtigt.


Man kann entsprechende Cremes auch für Nagel- und Scheidenpilzinfektionen verwenden. Sie haben einen sehr niedrigen pH-Wert und können auch über diesen Weg Pilzinfekte bekämpfen. Denn Pilze gedeihen schlecht in einem sauren Milieu.

 

Eine Creme mit CHD-FA ist z. B. von Zynamed in der Schweiz erhältlich (Care Cream).

Schützt Nervensystem und Gehirn

Fulvinsäure zeigt aufgrund ihrer entzündungshemmenden und neuroprotektiven Eigenschaften vielversprechendes Potenzial in der Behandlung der Alzheimer-Krankheit – heißt es in einer
Übersichtsarbeit von 2025. Der Stoff könne insbesondere zur Verlangsamung des kognitiven Abbaus und zum Schutz vor Neurodegeneration beitragen (5).


In Labormodellen konnte die Säure sogar konkret die Aggregation des Tau-Proteins bremsen – ein Prozess, der bei Alzheimer eine wichtige Rolle spielt (4). Ob dies jedoch im menschlichen Gehirn ähnlich funktioniert und in welchen Dosen, ist bislang noch nicht bekannt.


Die meisten der o. g. Erkenntnisse stammen aus Labor- und Tierstudien; Humanstudien sind bisher relativ wenige vorhanden.


Wir stellen nachfolgend einige davon vor:

Welche Studien gibt es zur Wirkung beim Menschen?

Seit etwa 2010 sind mehrere klinische Untersuchungen erschienen, in denen entweder Fulvinsäure direkt oder Fulvinsäure-reiche Präparate wie Shilajit geprüft wurden.


Weil Shilajit ein komplexes Gemisch ist, lässt sich nie sicher sagen, welche der beobachteten Effekte tatsächlich auf Fulvinsäure zurückgehen. Trotzdem werden diese Studien oft zur Begründung der potenziellen Wirkungen herangezogen, da Fulvinsäure darin ein Hauptbestandteil ist.

Testosteronspiegel steigt

In einer Studie von 2015 erhielten Männer (45-55 Jahre) 90 Tage lang zweimal täglich je 250 mg Shilajit (mind. 50 % Fulvinsäure). Sie hatten erste Anzeichen eines Testosteronmangels, z. B. Energiemangel, nachlassende Muskelkraft oder geringere Libido. Nach drei Monaten Shilajit-Einnahme stiegen die Spiegel von freiem und gesamtem Testosteron um rund 20 Prozent (12).

Gut für Muskulatur und Training

In einer kleinen Studie erhielten 16 übergewichtige Probanden 8 Wochen lang zweimal täglich je 250 mg Shilajit (mit mindestens 60 % Fulvinsäuren). Man stellte fest, dass die Nahrungsergänzung Gene aktivierte, die an der Bildung von Kollagen, Elastin und Fibronektin beteiligt sind – also jener Fasern, die Muskeln elastisch, belastbar und reparaturfähig machen.


Kollagen ist das wichtigste Strukturprotein in Muskeln, Sehnen und Faszien; seine vermehrte Bildung gilt als Zeichen einer besseren Anpassung an körperliche Belastung. Das heißt, eine Nahrungsergänzung mit Shilajit konnte ähnliche Veränderungen bewirken wie jene, die teilweise auch durch Bewegung initiiert werden.


Gene, die für Muskelwachstum oder Kraftzuwachs verantwortlich sind, wurden nicht beeinflusst. Dazu braucht es natürlich echtes Training. Doch schien die Nahrungsergänzung die Muskulatur „trainingsbereiter“ zu machen und Regenerationsprozesse zu fördern (13).

Schnellere Regeneration der Haut

Die Aktivierung der Kollagensynthese wirkt sich auch auf die Haut positiv aus – wie Studien mit Frauen mittleren Alters zeigte. Sie erhielten 14 Tage lang zweimal täglich je 125 mg oder 250 mg Shilajit.


Die höhere Dosis hatte hier eine bessere Wirkung – nicht nur auf die Kollagenbildung, auch auf die Durchblutung. Die Haut regeneriert unter diesen Voraussetzungen schneller und wird besser mit Nährstoffen versorgt (14).


In einer anderen Studie erhielten die Teilnehmer 8 Wochen lang 500 oder 1000 mg pro Tag. Auch hier nahm die Kollagenbildung zu – und zwar das Kollagen Typ I (das häufigste Kollagen in unserem Körper).

Bessere Knochendichte und schnellere Heilung nach Knochenbruch

Kollagen Typ I ist nicht nur das wichtigste Strukturprotein der Haut, sondern auch das zentrale Gerüstmaterial der Knochen. Es verleiht ihnen Zugfestigkeit und Flexibilität.


In einer Studie mit postmenopausalen Frauen mit Osteopenie (verminderte Knochendichte; Vorstufe von Osteoporose) nahmen die Probandinnen 48 Wochen lang bis zu 500 mg Shilajit pro Tag. Die Knochenwerte besserten sich deutlich, so dass es unter Shilajit zu einem geringeren Knochenverlust kam als in der Placebogruppe.


In einer anderen Untersuchung heilten Knochenbrüche deutlich schneller (schnellere Kallusbildung), wenn die Patienten 28 Tage lang 500 mg Shilajit pro Tag nach einer Tibiafraktur erhielten (Bruch des Schienbeins).

Kann man mit Fulvinsäure abnehmen?

Manche Marketingtexte klingen so, als könne man mit Shilajit oder Fulvinsäure abnehmen. Es ist von Energiebooster, Detox, Stoffwechselanregung und Verbesserung der Insulinempfindlichkeit die Rede, was dann mit Fettverbrennung und Abnehmen assoziiert wird.


Doch gibt es bis heute keine Humanstudie, in der Shilajit oder Fulvinsäure zu einer Gewichts- oder Fettmassenreduktion geführt hätte. Im Gegenteil, man liest immer wieder enttäuschte Erfahrungsberichte oder negative Produktbewertungen, weil Leute wider Erwarten kein Gewicht verloren haben.


Fulvinsäure (bzw. Shilajit) kann eventuell indirekt das Abnehmen unterstützen, weil man sich aufgrund der verschiedenen Eigenschaften der Säure nun fitter fühlt, sich schneller erholt und mehr Lust auf Bewegung hat. Weitere Maßnahmen (Ernährungsumstellung, Bewegung, Stressmanagement) sind aber natürlich in jedem Fall nötig.

Ist Fulvinsäure ein gutes Detox-Mittel?

Die Säure wird auch häufig als Detox- oder Entgiftungsmittel beworben. Man weiß auch tatsächlich aus Tier- und Laborversuchen, dass sie Metalle und andere Stoffe mobilisieren, binden und ausleiten kann. Ob und in welchem Ausmaß sie dies aber im menschlichen Körper tun kann, ist nicht gut untersucht.

Weniger Schwermetalle, mehr Antioxidantien

Beim Nilbuntbarsch (Oreochromis niloticus) zeigte eine Studie, dass Fulvinsäure eine Bleibelastung reduzieren und gleichzeitig den Malondialdehydspiegel (Marker für oxidativen Stress) senken konnte. Die Werte körpereigener Antioxidantien stiegen zudem (z.B. Glutathion und Superoxiddismutase) – und zwar auch im Gehirn (6). Das heißt, Gehirn und Nervengewebe waren besser vor bleibedingten Schäden geschützt.

Möglicher Schutz vor Graphenoxid

In einer In-vitro-Untersuchung von 2024 konnte Fulvinsäure außerdem die Giftigkeit von Graphenoxid reduzieren (7). Graphenoxid wird als Nanopartikel in vielen Bereichen (Industrie, Medizin, Biotechnologie) eingesetzt. Doch ist der Stoff keineswegs harmlos. Er kann Zellmembranen und DNA schädigen, was Fortpflanzungsschwierigkeiten mit sich bringen kann. Graphenoxid verursacht außerdem oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen, kann in Zellen eindringen und sich dort einlagern und kann in entsprechender Konzentration auch zu Atemwegs-, Leber- und Nierenschäden führen. Da Graphenoxid sehr stabil ist, wird es in der Umwelt kaum abgebaut und gelangt somit in Lebensmittel und von dort in den menschlichen Organismus. Fulvinsäure könnte hier künftig eingesetzt werden, um den Schadstoff zu entschärfen.

Huminsäuren entgiften besser

Eine deutlich bessere entgiftende Wirkung ist für Huminsäuren nachgewiesen (8): Sie können Schwermetalle wie Blei, Cadmium, Kupfer, Eisen und Aluminium binden.


In Tierversuchen führte die Gabe von 0,5-1 % Huminsäuren im Futter zu einer erhöhten Ausscheidung von Cadmium und Blei und zu sinkenden Konzentrationen dieser Metalle im Blut. Gleichzeitig wurden die Spiegel von essentiellen Spurenelementen (z. B. Zink, Selen) wieder normalisiert, was auf eine regulierende und selektive Chelatwirkung hinweist.


Auch Schimmelpilzgifte werden von Huminsäuren gebunden, so dass sie nicht mehr in den Blutkreislauf aufgenommen werden und dort Schäden anrichten können.


Huminsäuren selbst werden kaum absorbiert. Sie wirken also lokal im Verdauungstrakt, ähnlich wie Aktivkohle, aber mit höherer Selektivität (sie binden somit nicht alles).

Huminsäuren neutralisieren Hydroxylradikale

Huminsäuren besitzen außerdem eine ausgeprägte Radikalfängeraktivität. In vitro konnten sie bis zu 80 % Hydroxylradikale neutralisieren und in Tierstudien verbesserten sie die Aktivität körpereigener antioxidativer Enzyme in Leber, Herz und Niere.


Hydroxylradikale entstehen häufig durch Schwermetalle, so dass eine Neutralisierung dieser (und anderer Radikale) immer eine wichtige Komponente einer jeden Entgiftung darstellen muss. Hydroxylradikale sind die reaktivsten und aggressivsten Sauerstoffradikale überhaupt. Sie können starke und irreversible Zell-, DNA- und Mitochondrienschäden verursachen und fördern Entzündungs- und Alterungsprozesse. Es ist daher enorm wichtig, diese Radikale bestmöglich zu stoppen.


Abgesehen von Huminsäuren (die am besten gemeinsam mit Fulvinsäuren in Form von Shilajit eingenommen werden) sind für diese Aufgabe auch Vitamin C, Quercetin, EGCG, Resveratrol, Curcumin, Melatonin, Alpha-Liponsäure sowie fettlösliche Antioxidantien wie Vitamin E und Coenzym Q10 sehr gut geeignet.

Ist Fulvinsäure gut für den Darm?

Die bekannten Eigenschaften der Säure – antientzündlich, antioxidativ und entgiftend – wirken sich natürlich auch günstig auf die Darmflora aus. Ihr Einfluss auf das Mikrobiom wurde aber bislang lediglich bei Tieren, wie Hühnern und Fischen untersucht – mit positiven Ergebnissen (9).


Potenziell ungünstige Darmbakterien konnten nach mehrwöchiger Gabe der Fulvinsäure reduziert werden (etwa Serratia und Acinetobacter), während sich vorteilhafte Darmbakterien eher vermehrten (10). Zu letzteren zählen z. B. Milchsäurebakterien wie Lactobacillus und Lactococcus.


Gleichzeitig sank der Anteil der sogenannten Proteobakterien, die oft mit Entzündungen im Darm in Verbindung gebracht werden, während nützliche Firmicutes-Bakterien stärker vertreten waren.


Insgesamt deuten diese Veränderungen darauf hin, dass Fulvinsäuren das bakterielle Gleichgewicht im Darm stabilisieren, entzündungsfördernde Prozesse hemmen und ein gesundes Milieu fördern können.

Kommt Fulvinsäure auch in Lebensmitteln vor?

Pflanzliche Lebensmittel, die auf humusreichen Böden wuchsen, enthalten die Säure ebenfalls, aber nur Spuren. Trinkwasser könnte ebenfalls Spuren aufweisen – wenn es durch humusreiche Schichten geflossen ist.


Dabei handelt es sich aber um kaum relevante Mengen und somit auch um deutlich niedrigere Mengen als jene, die in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sind.

 

Welche Nahrungsergänzungsmittel mit Fulvinsäure gibt es?

Auf dem Markt findet man verschiedene Produkte, die Fulvinsäure enthalten:

Reine Fulvinsäure

Zum einen gibt es reine Fulvinsäure-Präparate, meist als Flüssigkeiten (Fulvinsäure in Wasser gelöst). Ihr Fulvinsäure-Anteil ist oft gering.

Shilajit als Fulvinsäurequelle

Zum anderen gibt es Shilajit-Produkte (bzw. Mumijo), die naturgemäß einen hohen Anteil an Fulvinsäuren aufweisen. Shilajit gibt es in Kapseln verpackt, aber auch im Tiegel in zähflüssiger, harzartiger Konsistenz.


Nicht selten werden sehr hohe Fulvinsäuregehalte von über 80 % angegeben. Auch wenn die Produkte als natürlich beworben werden, ist dies definitiv nicht mehr die natürliche Inhaltsstoffverteilung, so dass es sich um verarbeitete und konzentrierte Präparate handeln muss.


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Da die Wirkstoffe in Shilajit ohnehin sehr gut wasserlöslich sind, erübrigt sich eine liposomale Zubereitung. Sie ist also nicht erforderlich, so dass man auch nicht auf entsprechende Produkte zurückgreifen muss. Man kann natürlich, wenn man möchte, doch sind keine Vorteile daraus ersichtlich.

Moorprodukte

Auch Moorprodukte enthalten Fulvinsäuren, aber weniger als Shilajit. Zudem sollen die Moor-Fulvosäuren weniger kleinmolekular und weniger bioaktiv sein als jene in Shilajit.


Moorprodukte sind hingegen eine gute Quelle für Huminsäuren, deren Anteil wiederum in Shilajit durch die Verarbeitung und Reinigung nur noch gering ist.


Traditionelles Trinkmoor, das z. B. pro Tagesdosis nur noch um die 30 mg Huminsäuren enthält, ist zu niedrig dosiert, wenn man konkret in den Genuss der Huminsäurewirkung gelangen möchte. Die Tagesdosis sollte hingegen mit einigen hundert Milligramm versorgen, um die erwünschten Wirkungen auf das Verdauungssystem zu erzielen und Unterstützung bei Entgiftungsprozessen zu erreichen.


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Was ist ein Extrakt?

Natürlicher Shilajit-Rohstoff („Roh-Shilajit“) ist eine harzartige, verunreinigte Masse aus den Bergen. Sie kann Erde, Sand, Mikroben und Schwermetalle oder andere Schadstoffe enthalten.


Damit sie zu Nahrungsergänzungsmitteln verarbeitet werden kann, wird sie extrahiert und gereinigt. Das bedeutet, sie wird in Wasser aufgelöst, unlösliche Bestandteile werden herausgefiltert, die enthaltenen organischen Säuren (Fulvin- und Huminsäure) werden auf die gewünschte Menge konzentriert bzw. standardisiert. Dann wird das Ergebnis eingedickt oder getrocknet.


Ein 50:1-Extrakt heißt beispielsweise, dass für 1 g Extrakt 50 g Roh-Shilajit verarbeitet wurden.


Manchmal steht dann auch so etwas wie „50.000 mg pro Tagesdosis“ dabei. Das ist nichts als Marketing, weil es nach viel klingt, bedeutet aber einfach nur, dass eine Tagesdosis aus 50.000 mg Rohmaterial hergestellt wurde. Man nimmt natürlich nicht 50 g täglich zu sich.

Warum enthält Shilajit oft viel Fulvinsäure und wenig Huminsäure?

Natürliches, unbearbeitetes Shilajit-Harz enthält meist nur 15-25 % Fulvinsäure und 20-40 % Huminsäure. Der Rest besteht aus Mineralien, Wachsen und organischen Restmaterialien aus der
Verwitterung von Pflanzen, Flechten etc.


In Shilajit-Nahrungsergänzungsmitteln sieht die Zusammensetzung meist ganz anders aus. Es ist mehr Fulvinsäure (50 % und mehr) und weniger Huminsäure (12 % und weniger) enthalten. Warum ist das so? 

 

Dies ist die Folge des Reinigungsprozesses und der Verarbeitung zu konzentrierten Extrakten. Sie wurden industriell so gefiltert und fraktioniert, dass fast nur noch die kleinmolekulare Fulvinsäure übrig bleibt. Das steigert die Löslichkeit, die Bioverfügbarkeit und auch die fulvinsäure-typische Wirkung.

 

Man will also eher Produkte mit der Wirkung der Fulvinsäure. 

Produkte unterscheiden sich stets

Denken Sie immer daran, dass Fulvinsäure kein standardisiertes Einzelmolekül darstellt, sondern eine Säuregruppe. Die Zusammensetzung hängt daher stark von der Quelle und vom Herstellungsprozess ab.


Deshalb sind Shilajit- und andere Fulvinsäureprodukte, die man im Handel findet, nie identisch und nur eingeschränkt miteinander vergleichbar. Aus diesem Grund lassen sich auch Studienergebnisse nicht automatisch auf alle Fulvinsäureprodukte übertragen.

Welche Dosis sollte man nehmen?

Eine feste, allgemein empfohlene Standarddosis gibt es bislang nicht. Fulvinsäure wird meist in Form von Shilajit eingenommen – und zwar 200-500 mg Shilajit pro Tag (selten auch 1000 mg), oft aufgeteilt auf zwei Gaben (z. B. zweimal täglich je 250 mg), über 2-3 Monate hinweg.


Beginnen Sie am besten im unteren Dosierungsbereich oder mit nur einer Dosis am Tag und beobachten Sie dann, wie Sie das Präparat vertragen. Bei guter Verträglichkeit können Sie eine
zweite Dosis pro Tag nehmen.

Wie lange kann man Fulvinsäure einnehmen?

Auch zur Einnahmedauer gibt es keine einheitliche Empfehlung. Die meisten Humanstudien mit Shilajit bewegen sich in einem Zeitraum von wenigen Wochen bis drei Monaten.


Nehmen Sie die Säure oder auch Shilajit am besten kurweise für einige Wochen bis wenige Monate (z. B. im Rahmen einer Darmkur oder Entgiftung), legen Sie dann eine Pause von 2-3 Monaten ein
und machen dann erneut eine Kur, wenn Sie möchten.


Oder Sie nehmen ein entsprechendes Präparat nur bei Bedarf, wenn Sie also das Gefühl haben, Ihnen könnten die oben vorgestellten Wirkungen ein paar Tage lang guttun.

Gibt es Nebenwirkungen?

In den üblichen Dosierungen verursacht die Fulvinsäure keine Nebenwirkungen. Sie ist auch nicht genotoxisch (erbgutschädigend).


Selbst hohe Dosierungen von bis zu 1,8 g (entsprechend 30 mg/kg Körpergewicht bei Erwachsenen) führten zu keinen veränderten Leber- oder Nieren- oder sonstigen Blutwerten und werden als gut verträglich beschrieben (16).


Diese Dosis war jedoch nur ein Versuch zur Sicherheit des Produkts, sie soll also nicht eingenommen werden!


In Tierstudien wurden bis zu 5000 mg/kg Körpergewicht über 60 Tage gegeben, ohne dass sich Blutwerte o. ä. negativ verändert hätten. Umgerechnet auf den Menschen wären das 300 mg/kg
Körpergewicht, also 21.000 mg für einen 70-kg-Menschen, was etwa dem Hundertfachen einer normalen Tagesdosis entspricht.


Mögliche Nebenwirkungen sind allenfalls Magen-Darm-Beschwerden wie weicher Stuhl, Durchfall und Bauchkrämpfe, Kopfschmerzen oder – bei äußerlicher Anwendung – Brennen und Hautreizungen.


Fulvinsäurepräparate (z. B. Shilajit) könnten mit Schwermetallen oder anderen Schadstoffen belastet sein. Empfehlenswert ist es daher in jedem Fall, nur Präparate mit Schwermetallanalyse zu
wählen, Fulvinsäure nur kurweise zu nehmen, also nicht dauerhaft – und immer auch nur in den angegebenen Dosierungen.

Gibt es Wechselwirkungen oder Gegenanzeigen?

Durch die Fähigkeit, Stoffe an sich zu binden, könnte Fulvinsäure die Aufnahme mancher Medikamente beeinflussen, was bedeutet, dass deren Wirksamkeit schwächer oder auch einfach anders ausfallen könnte als erwünscht.


Bei Mineralstoffen aber soll die Aufnahme sogar verbessert werden.


Weil Fulvinsäure und Shilajit immunmodulierend wirken, könnten sie theoretisch bei Autoimmunerkrankungen oder bei der Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten ungünstige
Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten ungünstige Wirkungen haben.


Auch der Einfluss auf den Hormonhaushalt (z. B. Testosteron) könnte für manche Personen problematisch sein, z. B. für jene, die hormonell wirksame Medikamente einnehmen (z. B. bestimmte
Hormontherapien, Antiandrogene, hormonelle Verhütungsmittel).


Bei manchen Medikamenten könnte es genügen, wenn man einfach zeitlichen Abstand einhält. Dies sollte dann aber im Einzelfall abgeklärt werden.

Ist Fulvinsäure in Schwangerschaft und Stillzeit geeignet?

Wie bei wohl allen Naturstoffen gilt auch hier: Mangels Daten zur Sicherheit in der Schwangerschaft und Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen.


In den Bergregionen Nepals und Tibets ist der fulvinsäurereiche Shilajit jedoch bis heute ein beliebtes Hausmittel – und wird auch hin und wieder von Schwangeren zur Stärkung genommen. Allerdings nur in sehr kleinen Mengen (weniger als in unseren Kapselpräparaten enthalten ist) und auch in Zubereitungen, die bei uns nicht sehr typisch sind, z. B. in warmer Rohmilch von Yak oder Ziege oder in Buttertee (aus Schwarztee, Yakbutter und Salz).

Woran erkennt man ein hochwertiges Präparat?

Achten Sie beim Kauf einer entsprechenden Nahrungsergänzung darauf, dass eine Schwermetallanalyse eines unabhängigen Prüfinstituts vorliegt. Auch sollte der konkrete Fulvinsäureanteil/-gehalt angegeben sein – inzwischen gibt es Shilajit-Präparate mit einem Anteil von über 60 bis über 80 Prozent.

Fazit: Lohnt sich Fulvinsäure als Nahrungsergänzung?

Fulvinsäure ist ein Naturstoff mit interessanten Eigenschaften. In Form von Shilajit kann sie für verschiedene Zwecke eingenommen werden – am besten kurweise für einige Wochen, z. B. zur Unterstützung der Haut- und Knochengesundheit, zur begleitenden Entgiftung oder auch als Komponente einer Darmreinigung.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt. Besprechen Sie daher jede Massnahme (ob aus diesem oder einem anderen unserer Artikel) immer zuerst mit Ihrem Arzt.