Äthiopien – Die Erschöpfung und die Solidarität
Über die Hochebene von Tigre weht ständig der Wind. Der Himmel ist durchsichtig. Weiße Wolken wandern am Morgen langsam nach Westen auf die Wälder im Sudan zu. Es ist heiß. Die Sonne ist eine graue Scheibe, ihr Licht blendet. Wir sind am Ende der Trockenzeit, in den letzten Februartagen des Jahres 2004. Tigre liegt zwischen 2000 und 2500 Metern über dem Meer. Soweit das Auge reicht, erstreckt sich ein staubreiches Land, das seit Jahrtausenden von Frauen und Männern mit zarten Gesichtszügen, dunkelbraunen Augen und schlanken, dunkelhäutigen Körpern bebaut wird. Die Männer sind ausgemergelt und gewohnt, hart zu arbeiten.
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