Intelligente Zellen Erstaunliche wissenschaftliche Erkenntnisse über die biochemischen Funktionen unseres Körpers zeigen, dass unser Denken und Fühlen bis in jede einzelne unserer Zellen hineinwirkt. Der Zellbiologie Bruce Lipton beschreibt genau, wie dies auf molekularer Ebene vor sich geht. In leicht verständlicher Sprache und anhand eingängiger Beispiele führt er vor, wie die neue Wissenschaft der Epigenetik die Idee auf den Kopf stellt, dass unser physisches Dasein durch unsere DNS bestimmt sein würde.

Bruce H. Lipton

Im Rückblick betrachtet hätten die Wissenschaftler ahnen können, dass die Gene nicht das Leben steuern. Definitionsgemäß ist das Gehirn das Organ für die Kontrolle und Koordination der Physiologie und des Verhaltens von Organismen.

 

Aber ist der Zell­kern wirklich das Gehirn der Zelle? Wenn unsere Annahme zutrifft, daß der Nukleus mit seinem DNS-haltigen Material das »Gehirn« der Zelle ist, dann müsste die Entfer­nung des Zellkerns, die so genannte Enukleation, zum sofortigen Tod der Zelle führen.

 

Also beginnen wir das große Experiment … (Maestro, die Trommelwirbel bitte!)

 

Der Wissenschaftler zerrt die unwillige Zelle in den mikroskopischen OP-Bereich und bindet sie fest. Mit einem Mikromanipulator führt der Wissenschaftler eine nadelartige Mikropipette über der Zelle in Position. Mit einem beherzten Stoß des Manipulators taucht die Pipette tief in das Zytoplasma der Zelle ein. Durch ein wenig Unterdruck wird der Zellkern in die Pipette gesaugt, und die Pipette wird wieder aus der Zelle ent­fernt. Zurück bleibt unsere arme Zelle – der gerade das Gehirn entnommen wurde.

 

Aber Moment mal! Sie bewegt sich noch! Mein Gott, sie lebt! Die Wunde hat sich geschlossen, und wie nach einer Operation erholt sich unsere Zelle langsam. Schon bald ist sie wieder auf den Beinen – pardon, auf den Scheinfüßchen. So schnell sie kann, verlässt sie die ungastliche Stätte und hofft, nie wieder eine Pipette zusehen.

 

Nach der Enukleation überleben viele Zellen bis zu zwei Monaten, ohne Gene. Sie lie­gen nicht herum wie gehirntote Zytoplasmaklumpen, sondern nehmen aktiv Nahrung auf, verstoffwechseln sie, halten ein koordiniertes physiologisches System aufrecht (At­mung, Stoffwechsel, Ausscheidung, Bewegungsvermögen etc.), kommunizieren mit an­deren Zellen und können auf Wachstumsreize oder Bedrohungen aus ihrer Umgebung angemessen reagieren.

 

Es überrascht allerdings nicht, daß die Enukleation durchaus auch Nebeneffekte hat. Ohne ihre Gene können sich die Zellen nicht mehr teilen, und sie können keine Proteine mehr herstellen, die sie durch die normale Abnutzung des Zytoplasmas verbrauchen.

 

Die Unfähigkeit, beschädigte Zytoplasma-Proteine wieder herzustellen, führt zu mecha­nischen Fehlfunktionen, die schließlich zum Tod der Zelle führen. Unser Experiment sollte die Idee überprüfen, daß der Zellkern das »Gehirn« der Zelle ist.

Ich möchte mich bei den Menschen bedanken, die diese wundervolle Buch ins Deutsche übersetzt haben und als PDF Datei im Internet zur Verfügung gestellt haben. Es tut mir persönlich sehr gut, dass es schon so früh ein Wissenschaftler gab, der zu ähnlichen Einsichten gekommen ist, wie ich. Die heutigen Wissenschaftler scheinen in der Mehrheit zu sehr vom Geist des Kapitalismus und des Egoismus durchdrungen. Ich habe jeden Abschnitt des Buches als separaten Beitrag erfasst, damit der Leser einen leichteren Zugriff zu dem gewünschten Kapitel hat.