Wim Hof: Mentale Konzentration

Es ist allseits bekannt, dass ein starker Geist beim Denken, Handeln und Erreichen von Zielen von großem Vorteil sein kann. Die WHM lehrt uns, dass ein starker Geist auch die eigene innere Stärke erkennen lässt. Dabei ist die Meditation ein wichtiger Teil – sich zu fokussieren ist relevant um das zu erreichen was wir wollen. Würde Wim Hof sich nicht konzentrieren wäre es ihm genauso kalt wie jedem anderen. Es kommt also auf den richtigen Fokus
an!

Das Autonome Nervensystem und die mentale Konzentration

Normalerweise ist das autonome Nervensystem unabhängig und durch das Unterbewusstsein im Körper gesteuert. Es ist zuständig für Funktionen wie Atmen, die in – neren Organe, Verdauung, Herzschlag und dem daraus hervorgehenden Blutfluss. Laut der aktuellen medizinischen Meinung kann man nichts tun, um auf das autonome Nervensystem Einfluss zu nehmen.


Nachweislich haben aber mehrere Studien ergeben, dass durch gewisse Meditations- und Konzentrationsübungen automatische Vorgänge beeinflusst werden können (Phongsuphap, Pongsupap, Chandanamattha & Lursinsap, 2008; Wu & Lo, 2008; Paul-Lab – rador et al., 2006).


Bei Fibromyalgie-Patienten bewirkte beispielsweise eine gedanken basierte Stressreduktion einen Abfall der Aktivität im sympathischen Nervensystem (Lush, Salmon, Floyd, Studts, Weissbecker & Sephton, 2009). Es wurde auch bewiesen, dass Wim Hof fähig ist sein autonomes Nervensystem mit Hilfe seiner Atemmethode zu beeinflussen (Pick – kers et al., 2011).


Wissenschaftler der Radboud Universität haben den Einfluss von Wims Konzentrationsübungen auf die Aktivität seines Nerven- und Immunsystems untersucht. Während der Testreihe wurden ihm und 112 anderen Versuchspatienten E-Coli-Bakterien injiziert. Die Tester bekamen dieses Bakterium bereits in einer vorhergehenden Studie verabreicht. Es zeigte sich, dass der Körper das Gefühl hatte, angegriffen zu werden.

 

Normalerweise würden sich für etliche Stunden, durch eine Überreaktion des Immunsystems, Grippesymptome, wie zum Beispiel Kopfweh, Fieber und Muskelschmerzen, bilden. Bei Wim zeigten sich jedoch nur leichte
Kopfschmerzen am Höhepunkt der Infektion. Die Ergebnisse wiesen bei ihm auch nur einen halb so hohen Entzündungswert im Vergleich zum Durchschnitt der restlichen Probanden auf. Versuchsleiter Pickkers erklärte daraufhin, dass Wim Hof durch seine mentale Konzentration fähig war, eine geordnete Abwehrreaktion herbeizuführen. Dies resultierte in einer sogenannten „Kampf- oder Fluchtreaktion“, die den Körper mehr vom Stresshormon Cortisol hat ausstoßen lassen. Dadurch wurden vom Immunsystem die meisten Entzündungsproteine unterdrückt, welche ursächlich sind für die aufkommendenGrippesymptome.


Wenn man mal so darüber nachdenkt: Es ist echt faszinierend, dass es möglich ist durch eine Technik Einfluss auf das Immunsystem zu nehmen. Die Frage dabei ist: Ist Wim Hof nur eine Ausnahmeerscheinung? Können seine Erfolge daher rühren, dass er diese Technik bereits seit Jahren anwendet? Oder können andere ebenfalls ihr Immunsystem auf diese Weise beeinflussen? Wim Hof ist davon überzeugt, dass dies ein JEDER erreichen kann.

 

Im Jahr 2013 hat Pickkers zusammen mit Kox (Kox et al., 2014) untersucht, ob andere Menschen genauso dazu in der Lage sind ihr Immun-und Nervensystem durch die Wim Hof Methode zu trainieren. Um das ganze abzukürzen, Wim hat 12 holländische Freiwillige 10 Tage (4 Tage in Polen, 6 Tage allein zu Hause) lang in seiner Atemmethode, dem Kälte-Training und in der mentalen Konzentration (für mehr Fokus) geschult.


Zurück in Holland haben diese 12 zusammen mit 12 weiteren (Kontrollgruppe) ebenfalls das E-Coli-Bakterium verabreicht bekommen. Normalerweise würde der Körper sehr stark darauf reagieren. Bemerkenswert war jedoch, dass seine Freiwilligen (die, die WHM geübt hatten) weit weniger Anzeichen einer Grippe (gemeint sind Symptome wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Zittern und Muskel oder Rückenschmerzen) aufwiesen als die Kontrollgruppe. Noch dazu blieb die Körpertemperatur der ersten 12 um einiges niedriger und normalisierte sich auch viel schneller.


Noch wichtiger waren die Blutwerte: Wie die Studie zeigt war der Entzündungswert der Testgruppe um einiges niedriger als die der Kontrollgruppe. Als Folge der WHM hatten die Freiwilligen viel mehr Stresshormone produziert, welche durch die gesteigerte Aktivität des sympathischen Nervensystems freigesetzt wurden und somit die natürliche Abwehrreaktion des Immunsystems unterdrücken konnten. Das ist ziemlich außergewöhnlich, insbesondere wenn man bedenkt, dass seit Jahrzehnten die medizinisch vorherrschende Meinung darin bestand, dass das autonome Nervensystem NICHT beeinflusst werden kann. Die Blutwerte zeigen somit eindeutig, dass das Beeinflussen des autonomen Nervensystems und Immunsystems, sehr wohl im Bereich des möglichen liegt. Und wurde trotzdem bis jetzt noch nie wissenschaftlich bewiesen. Auch bemerkenswert ist, dass das Immunsystem bereits durch relativ kurze Übungseinheiten zu einer Verbesserung führt. Tests haben gezeigt, dass sogar “normale” Menschen mehr als fähig sind ihr Immunsystem zu steigern. Die wissenschaftlichen Ergebnisse haben erwiesen, dass durch das Üben dieser einfachen aber sehr effektiven Techniken jeder in kurzer Zeit seine Gesundheit besser steuern kann.


Die Studie hat also außerdem gezeigt, dass das autonome Nervensystem sehr wohl beeinflussbar ist. Der Unterschied zwischen dieser und anderen Studien (Lush et al., 2009; Phongsuphap, Pongsupap, Chandanamattha & Lursinsap, 2008; Wu & Lo, 2008; Paul-Lab – rador et al. 2006) zum Einfluss von mentaler Konzentration beziehungsweise Meditation auf das autonome Nervensystem liegt darin, dass der Körper nicht entspannt sondern eine “Kampf oder Flucht Reaktion” hervorruft.


Diese Übungen sind normalerweise dazu da, das Stress- und Cortisollevel zu reduzieren (Lush. et al., 2009; Carlson, Speca, Faris & Patel, 2007). Man entspannt und verringert dadurch die Menge an Stresshormon Cortisol im Körper. Die Wim Hof Technik unterschei – det sich somit von anderen Meditations- beziehungsweise Konzentrationsübungen.


Ihr Ziel ist es primär nicht, den Körper in ein Stadium der Entspannung, sondern in einen aktiven Zustand zu bringen. Wim Hof hat einen starken Willen und benutzt seine mentale Konzentration um gewisse Ziele zu erreichen, wie zum Beispiel das Beeinflussen des au – tonomen Nervensystems im oben dargelegten Falle. Das Ergebnis mehrerer Test zeigt außerdem auf, dass Wim Hof und jene die mit ihm seine Methode üben, ihre Konzentration an Stresshormonen im Körper aktiv steigern können. Während dieses Prozesses verringert sich der Entzündungswert und es scheint als könne dadurch die Kampf oder Flucht Reaktion gesteuert werden. Im Folgenden wird detailliert auf die letzte Komponente der WHM eingegangen:

 

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