Kalium – Calcium: Umkehrbare Transmutationen

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Die Beobachtungen aus meiner Jugendzeit ließen den Gedanken aufkeimen, daß sich möglicherweise Kalium in Calcium umwandelt. Hennen in einer kalklosen Gegend mit Granitboden können jeden Tag aufs neue Eier mit Kalkschalen legen. Läßt man diese Hennen aber frei auf dem Hof herumlaufen, so scharren sie nach Glimmerplättchen, die verstreut auf dem Boden liegen. Ist der Untergrund tonhaltig, brauchen die Hennen Kalk, nicht jedoch, wenn Glimmer vorkommt. Der Unterschied zwischen Ton und Glimmer besteht darin, daß letzterer etwas Kaliumsilikat enthält.

  1.  Hennen in einem Hühnerstall auf tonigem Untergrund erhielten keinerlei Kalk. Nach wenigen Tagen waren ihre Vorräte aufgebraucht, und als Zeichen des Mangels legten sie Eier mit weichen Schalen. Am selben Tag gab man ihnen gereinigten Glimmer. Sofort stürzten sich die Hennen darauf und scharrten angestrengt darin herum. Dann ruhten sie sich aus, wälzten den Kopf darin, warfen den Glimmer in die Luft und begannen von neuem zu scharren. Am nächsten Tag legten sie wieder Eier mit normalen Schalen (Gewicht: 7 g). Innerhalb von 20 Stunden haben die Hennen also eine beträchtliche Menge Kalium in Calcium umgewandelt. Es werden niemals zwei Eier zur gleichen Zeit gebildet, sondern ein Ei wird gelegt, und einige Stunden später beginnt sich die Schale des nächsten Eis zu bilden. Woraus das innere Ei besteht, bestimmt sich aus der Nahrung der vorhergehenden Woche. Die Schale aber bildet sich innerhalb kurzer Zeit. Einem derartigen Experiment (unter Verwendung derselben Sorte Glimmer) wurden Perlhühner 40 Tage lang unterworfen. Dreimal wurde die Versorgung mit Glimmer unterbrochen, und jedes Mal wurden Eier mit weichen Schalen gelegt, wodurch eine alte, vielfach belegte Beobachtung aufs neue bestätigt wurde, daß nämlich der Organismus Kalium nicht speichern kann.
  2.  Eine der Beobachtungen, die mich gefesselt und mit zum Umschwung in meinem Denken beigetragen hat, war das Vorkommen von Salpeter an Kalkwänden. Dieses Phänomen ist dem Menschen nicht neu. Salpeter (chemisch: Kaliumnitrat) wurde zur Herstellung von Schießpulver verwendet,bevor man im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts lernte, ihn aus Kaliumchlorid herzustellen.Man hat Salpeter nicht nur aus Kalkwänden, sondern auch aus kalkreichen Böden in Gegenden isoliert, die abwechselnd feuchtwarmes und trockenes Klima haben. Unmittelbar vor Beginn derTrockenzeit bedeckt eine dicke weiße Schicht den Boden, die wie Schnee aussieht. Kurz nach demAbsammeln des Salpeters ist eine zweite „Ernte“ möglich.

Mir fiel auf, daß sich an der Wand meines Hauses in Meeresnähe ständig Salpeter bildete, obwohl ich ihn häufig abkratzte. Es ist zu bezweifeln, daß der Kalk derartig viel Kalium enthielt, denn in einem Zeitraum von elf Jahren hatte ich den Salpeter viele Male jährlich entfernt. Damals kam ich auf den Gedanken, daß dieses Kalium nur aus Calcium entstanden sein könne (Calcium minus Wasserstoff gleich Kalium).

4020Ca – 11H :=3919K

Dies verglich ich mit dem Experiment, in dem die Hennen ohne Kalkzufuhr Eier mit Kalkschalen gelegt hatten, nachdem sie (kaliumsilikathaltigen) Glimmer in sich aufgenommen hatten. In den Hennen läuft der umgekehrte Vorgang ab: Kalium plus Wasserstoff gleich Calcium.


Damit haben wir in der Natur eine reversible Reaktion. Die Parallelen zwischen diesen beiden Reaktionen führten mich zu der Hypothese, daß sich Transmutationen unter Hinzufügung oder Entfernung von Wasserstoff vollzogen, und zwar in den Atomkernen.


Das Experiment mit den Hennen bewies, daß es einen Zusammenhang zwischen Calcium und Kalium gibt: Kalium wandelt sich in Calcium um. Das ist die Umkehrung der Reaktion, bei der Salpeter entsteht. Die Umwandlung von Kalium in Calcium ist auch beim Menschen gefunden worden, wo sie die Kalkbildung unterstützt (wenn auch nur in sehr geringem Maße). Es liegt also eine biologische Umwandlung von Atomkernen vor, bei der Wasserstoff addiert bzw. subtrahiert wird (die mithin umkehrbar ist, wenn auch nicht im selben Organismus):

3919 K+ 11 H :=: 4020 Ca

Der Übergang von Calcium zu Kalium

In einem Bericht über die Entstehung von Granit zitiert G. Choubert eine Beobachtung, die aus dem Rahmen fällt. Kalkstein aus der zweiten präkambrischen Zeit kann kaliumhaltigen Adinol mit bis zu 12 Prozent K2O enthalten.
Der Verfasser schreibt: „Der Kalkstein wird als erstes in Marmor umgewandelt. Darauf wird er plötzlich, ohne irgendeine Veränderung zu durchlaufen, zu Adinol. Wie anders sollte sich eine Umwandlung von Kalkstein in silicium- und kaliumhaltiges Gestein bei Kontakt mit einer calcium- und magnesiumhaltigen Magma erklären lassen als durch irgendeinen geheimnisvollen Vorgang?“* (Bei den calcium- und magnesiumhaltigen Gesteinen handelt es sich um Dolerit, Gabbro und Pyroxenit.)


Eine Untersuchung von Proben des Adinols ergab, daß dieser sich als Folge eines Kontakts mit Gangstöcken und Basalten gebildet hatten, die unmöglich so viel Kalium hätten abgeben können. Choubert schreibt: „Das Kalium kann nirgendwoher gekommen sein Y darum ist Kaliumcarbonat an Ort und Stelle durch eine Atomreaktion entstanden.“


Wir sehen also, wie Choubert die Lage im Jahre 1952 klar erkannt hatte. Eine Erklärung für dieses Phänomen wurde durch unsere Experimente geliefert, die zeigten, daß im Zusammenhang mit dem von Choubert genannten Element tatsächlich Transmutation auftritt.


* „L`origine des granites et la physique nucléaire“, veröffentlicht in Notes du Service Geologique, Vol. VI,
Rabat 1952.