2022/01: Ölstaaten wollen ihre Fördermengen erhöhen

Dass Benzin und Diesel derzeit so teuer sind, liegt auch an den knappen Fördermengen der großen Ölstaaten. Nun haben sie sich auf eine Ausweitung der Mengen verständigt.

 

Die Ölstaaten der Allianz Opec+ erhöhen wie geplant ihre Fördermenge. Im Februar sollen zusätzlich 400 000 Barrel (je 159 Liter) am Tag gefördert werden, teilte das Ölkartell Opec nach einer Onlinekonferenz am Dienstag mit. Die Vertreter aus den 23 Staaten des Verbunds setzten damit die bisherige Strategie einer monatlichen Produktionssteigerung fort.

 

Die von Saudi-Arabien und Russland angeführte Allianz rechnet nach eigener Einschätzung nicht damit, dass die Omikron-Variante des Coronavirus gravierende weltwirtschaftliche Folgen haben wird. Mit der Ausweitung der Rohölmenge nähert sich die Gruppe wieder der Förderung vor dem Ausbruch der Pandemie an. Die Opec+ liefert rund 45 Prozent des Weltmarktbedarfs an Rohöl.

 

Das nächste Treffen der Opec+ ist für den 2. Februar geplant. Als Unwägbarkeiten für die Nachfrage nach Öl und damit den Preis sehen die Energiemarkt-Experten der Commerzbank  einerseits die Auswirkungen der aktuellen Corona-Welle, die zu
Mobilitätseinschränkungen gerade in China führen könnte. Zum anderen stünde in einigen Ländern die Freigabe der strategischen Öl-Reserven an.

 

In den vergangenen Monaten waren die Ölpreise und damit mittelbar auch die Preise für Benzin und andere Kraftstoffsorten auch deswegen so stark gestiegen, weil wichtige Ölstaaten ihre Fördermengen knapp hielten. Die kräftigen Preisanstiege sind ein wesentlicher Treiber für die Inflationsraten gewesen. Normalerweise führt die Ausweitung der Fördermengen auch zu einer Entspannung bei den Preisen. 

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