Basalt - Von Gestein zu Gestein Basalt ist ein basisches (SiO2-armes) Ergussgestein. Es besteht vor allem aus einer Mischung von Calcium-Eisen-Magnesium-Silikaten (Pyroxene) und calcium- und natriumreichem Feldspat (Plagioklas) sowie meist auch Olivin. 

Er ist der Ursprung mythischer Landschaften und uralter Legenden: Basalt. In geologischen Zeiträumen gemessen, ist er ein besonders junges Gestein, das aus dem Inneren der Erde stammt und bei Vulkanausbrüchen entsteht. 

 

Seit jeher begleitet er die Evolution der Tier- und Pflanzenarten, die auf und mit ihm leben. Die Basaltformationen des Giant’s Causeway in Nordirland haben zahllose Künstler, Maler und Poeten inspiriert. 

An der Beziehung zwischen Basalt und der belebten Welt forscht aktuell ein Team französischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Dieses hat erst kürzlich herausgefunden, dass sich in dem porösen Mineral die Entstehung des Lebens abgespielt haben könnte. In Indien wird anschaulich, wie Pflanzen und Edelsteine ihren Ursprung im Basalt finden.

 

Die Reise geht weiter nach Frankreich und in die USA, wo die ersten Menschen und die Modoc-Indianer eine besonders innige Beziehung zu dem Mineral pflegten. Währenddessen könnte der Basalt auf Island dabei behilflich sein, eine der größten Herausforderungen der Gegenwart zu meistern. So schwarz der Basalt auf den ersten Blick auch sein mag – für das Leben strahlt er heller als gedacht. Dokureihe, Regie: Christophe Cousin und Matthieu Maillet.

Transkript des Videos

den Horizont, prägt das Leben von Pflanzen und Tieren und verbindet auf

geheimnisvolle Weise das unendlich kleine mit dem Unendlich großen.

Wissenschaft mit Spiritualität. Doch Mineralien erschließen sich nur jenen voll und ganz, die in ihnen mehr

sehen, als einfach nur einen Haufen lebloser Steine. Überall auf der Welt widmen ihnen Frauen

und Männer ihr ganzes Leben und machen faszinierende Entdeckungen. Zusammen mit ihnen begeben wir uns auf

eine Reise, um die Geheimnisse des Gesteins zu lüften.

[Musik]

Eines dieser Gesteine entsteht in nur wenigen Stunden. Infolge von Vulkanausbrüchen ergießt es sich aus dem

Erdinnern und bildet weitreichende Gesteinsdecken. Seine bizarren Formen sind seit jeher

der Näherboden für Legenden und manchmal hat es sogar den Lauf der Geschichte bestimmt.

Manche glauben, dass der Ursprung allen Lebens auf dieses Gestein zurückgeht, der Basalt.

Unsere Reise ins spannende Reich des Basalts beginnt im nördlichen Irland.

Der Giant Cway, Englisch für Damm des Riesen, ist eine der faszinierendsten Landschaften der Welt.

Zu seinen Füßen verbringt die Malerin Ellie Hart ihre Zeit am liebsten.

Wenn ich hinüber zum Giants Cway schaue, richte ich den Blick auf den Horizont, wo Meer, Land und Himmel aufeinander

treffen. Die Dunkelheit trifft auf das Licht.

[Musik] Von dort richte ich den Blick auf den Punkt, wo sich die Wellen brechen. Ich

liebe dieses ständige Wechselspiel der Formen und Farben. [Musik]

Der Giant Corway ist eine dynamische Landschaft, obwohl er sich bereits vor 60 Millionen Jahren geformt hat.

Wenn Hart, die im Landes inneren Aufwuchs hier an die Nordküste kommt, ist es für sie nicht nur ein Ausflug ans

Meer, sondern auch eine Reise in die Vergangenheit mit dem Basalt als Katalysator.

[Musik] Basalt ist der Ausdruck von etwas, das in der Vergangenheit entstanden ist, bis

in die Gegenwart fortbesteht und das Licht in jeder Sekunde anders bricht. Er zieht mich magisch an. Er ist mein

Lieblingsstein. Deswegen liebe ich es so ihn zu malen.

Die dunklen Flächen des Basals darzustellen, ist nicht einfach. Vor allem, weil ich kein Schwarz direkt aus

der Tube verwende. Ich mache die Farbe selbst, eine Art sehr dunkles Dunkelbraun. dass ich aus rot, Blau und

Gelb mische. Und um die Kraft und die Schönheit des Basals besser herauszuarbeiten, mische ich mehr Blau

darunter.

Von diesem dunklen Untergrund ausgehend arbeite ich die hellen Flächen heraus.

Das ist nicht ganz einfach, aber vielleicht ist dies der Grund, warum es mich so oft hierher zieht. Jeder Tag ist

anders und jeder Stein, klein oder groß, hat eine ganz eigene Charakteristik.

Je öfter ich den Giants Cway male, desto mehr erschließen sich mir die unterschiedlichen Charakteristiken der

Felsen, die Unterschiede in Größe und Form.

Vielleicht sind die Felsen wie eine Familie, die verschiedene Generationen repräsentiert. Die großen könnten die

Großeltern sein und dann liegen, soweit das Auge reicht, überall unendlich viele

kleinere. [Musik]

Als Kinder erzählte man uns die Legenden der verschiedenen Orte. Sie handelten von der Landschaft, dem

Basaltgestein, den Felsen und von einem Riesen Finn McCall.

Er ließ sich mit seinem Sohn und seiner Frau hier nieder. Nach einiger Zeit entbrannte ein Streit zwischen ihm und

seinem schottischen Nachbarn, einem Riesen auf der anderen Seite des Meeres.

Finden er sann einen Plan. Er brach Felsbrocken aus den Klippen heraus, formte sie zu mächtigen Pfeilern und

rammte sie in den Meeresboden. Daraus sollte ein Damm werden, auf dem Finn hinüber nach Schottland spazieren

konnte. So sind diese Felsformationen hier entstanden. Alle nordirischen

Kinder kennen die Sage über den Giants Cway. Jedes Mal, wenn ich hier male,

muss ich an sie denken.

Für mich ist dies ein warmer Ort, ein Ort voller Erinnerungen. Ich empfinde tiefe Verbundenheit. Ich fühle mich hier

zu Hause.

Der Grund, warum Hart so sehr vom Geist des Giants Corsway beseht ist und sich

so viele Besucher von den Kräften des Ortes durchdringen lassen, erklärt sich dadurch, dass der Basalt seinen Ursprung

im Inneren der Erde hat. Alles beginnt in einer Tiefe von einigen

Dutzend Kilometern und einer Temperatur von über 1200° beim Schmelzen des Gesteins.

Magma steigt empor und ergießt sich auf die Erdoberfläche.

Durch schnelles Auskühlen im Kontakt mit Wasser oder Luft entsteht Basalt.

Basalt ist eines der Gesteine mit der größten Verbreitung auf der Erde und dennoch ist nur ein kleiner Teil davon

sichtbar, denn die stärkste vulkanische Aktivität findet auf dem Meeresboden

statt und genau dort in der ozeanischen Basaltkruste weit unterhalb der

Meeresoberfläche soll es Leben in Hülle und Fülle geben.

Dies haben Forscher des geophysikalischen Forschungsinstituts Paris herausgefunden.

Bei Bohrungen in mehreren Kilometern Tiefe stießen sie im Meeresboden auf eine Vielzahl aktiver Mikroben, die sich

von Basalt ernähren. Die Masse dieses in den Poren des Gesteins verborgenen Lebens soll

Milliarden von Tonnen betragen, mehr als die Masse von 8 Milliarden Menschen zusammen.

Um mehr über dieses mikrobielle Leben zu erfahren, muss man in das Sporkernarchiv

des Instituts gehen. So wie eine Bibliothekbücher archiviert,

archivieren wir Gesteinsproben. Hier liegen Gesteinsproben aus 30 Jahren, die wir überall auf der Welt

gesammelt haben. Gesteinsproben, die wir aus dem Atlantischen Ozean oder aus dem

Indischen Ozean entnommen haben. Ich möchte herausfinden, wie und warum der Basalt eine Nahrungsquelle für Lebewesen

sein kann. Benedikt Menz ist Geomikrobiologin.

Sie ist eine der ersten Forscherinnen der Welt, die nachgewiesen hat, dass sich Leben in den Poren der Basaltschicht verbirgt. Sie interessiert

sich insbesondere für die Kettenreaktionen, auf deren Grundlage in den Tiefen der Ozeane Leben entstehen

kann. In das sehr massive Basaltgestein dringt

kein Licht. Trotzdem leben in diesen vielen kleinen Poren Mikroorganismen,

darunter Bakterien, Archäen, auch Urbakterien genannt und einige mikroskopisch kleine Pilze. Da die Sonne

nicht eindringen kann, müssen die Lebewesen aus etwas anderem Energie ziehen aus dem Meerwasser.

Es fließt durch diese winzigen Risse und setzt Nährstoffe frei, Eisen und Schwefel.

Mit Hilfe dieser Elemente setzen die Organismen chemische Reaktionen in Gang, wodurch sie über genügend Energie

verfügen, um sich zu vermehren und ohne Licht in den vielen kleinen Poren zu überleben.

Es handelt sich also wirklich um ein System, bei dem der geologische Prozess Leben ermöglicht, weil er chemische

Energie freisetzt. Der beste Ort, um Spuren von Leben in

den Poren des Basals zu finden, ist das Synchrotron in der französischen Stadt Sak.

[Musik]

Hier erhält man mittels eines Teilchenbeschleunigers die Möglichkeit, Steine zum Sprechen zu bringen.

[Musik]

Hier haben wir eine Scheibe aus dem Basalt geschnitten, so dünn, dass sie lichtdurchlässig ist. So können wir mit

diesem Mikroskop das Innenleben des Basalts sehen. Insbesondere die vielen

mit bloßem Auge kaum erkennbaren Risse. Wir vergrößern sie stark im Millionstel

Millimeterbereich. Typischerweise sieht man dann diese feine Körnung, aus der der Basalt

besteht. Wir erkennen deutlich die Brüche, die darauf schließen lassen, dass in dem

Gestein einmal Wasser zirkuliert hat.

Und an den Stellen, wo es genügend Platz für einen Mikroorganismus gibt,

versuchen wir dann durch Fluoreszen den Nachweis über das vorhanden sein von Leben zu erbringen.

la prése

der Floreszenchweis. Es gibt uns Aufschluss über das vorhandensein von beispielsweise

Aminosäuren, den elementaren Bausteinen von Proteinen. Jede Lebensform benötigt

Proteine, um entstehen zu können. Daher sind sie gute Indikatoren für die Existenz von Leben. In diesem Fall von

Mikrobiellem Leben, also winzigen Mikroorganismen in diesen Spalten, wo

ihnen das Gestein sämtliche wachstumsrelevanten Nährstoffe liefert. Das Vorhanden sein von Leben im Basalt

wird umso interessanter, wenn man über den Ursprung allen Lebens auf der Erde nachdenkt, denn man muss bedenken, dass

es zu jener Zeit noch keine Atmosphäre zum Schutz vor Sonneneinstrahlung gegeben hat. Zudem waren die

Meteoriteneinschläge viel häufiger, wodurch an der Erdoberfläche lebensfeindliche Bedingungen herrschten.

Deshalb bezogen Lebewesen ihre Nährstoffe sicherlich insbesondere aus dem Basalt, der auf der Erdoberfläche

vorherrschte. Der Basalt könnte ein Schlüsselement in der Erforschung der Ursprunge des Lebens

auf der Erde sein. Denn eines ist sicher, die Lava, die

sich in Basalt verwandelt und manchmal hunderttausende von Jahren fließt, schafft neue Lebensräume.

Wie in den Parana Etendeca Traps in Namibia, obwohl es hier nur wenige Millimeter im Jahr regnet und alles

erstarrt zu sein scheint.

Doch bei genauerem Hinsehen verbirgt sich alle Hand Leben zwischen den Steinen. In ihrem basaltfarbenen Kleid

verschmilzt die Rüppeltrappe mit ihrer Umgebung, um ihre Beute besser täuschen zu können. Doch auch die Grille hat sich

diese Strategie zu eigen gemacht. [Musik]

Und genau diese Koevolution zwischen der mineralischen und der tierischen Welt interessiert den Biologen Set. ISEP von

der Universität Windhook.

Ihre Farbe und ihre Tarnung lässt darauf schließen, dass es für ihre Feinde schwierig sein dürfte, sie zu erspähen.

Die Grille ist perfekt an die Basaltlandschaft angepasst. Es ist die optimale Umgebung für sie.

[Musik]

Seit mehreren Jahren durch Streifen Z ISEP und seine Studenten das 250 000km

große Parana Eendec Plateau auf der Suche nach Leben im Basalt. Kürzlich

haben sie eine neue Spezies entdeckt. Keine Grille. sondern einen Rüsselspringer.

Dieses kleine Säugetier ähnelt optisch den Spitzmäusen. Genetisch jedoch ist es mit den Elefanten verwandt.

Das Besondere am Eendeka Kurzohrüsselspringer ist, dass er nur hier inmitten dieser Basaltfelsen

vorkommt. Seit seiner Entdeckung versuchen Wissenschaftler zu verstehen, in welcher

Beziehung dieses kleine Kärlchen mit seiner rauen Umgebung steht.

[Musik] Es ist schon etwas Besonderes,

denn hier ist alles, soweit das Auge reicht von Steinen übersht.

Die Eendeka Kurzohrüsselspringer haben sich wahrscheinlich über einen langen Zeitraum hinweg an die hiesige

Basaltlandschaft angepasst.

Um Ernahrung zu gelangen, müssen Sie große Entfernungen zurücklegen durch Berge und Täler. Sie schaffen mehrere

Kilometer am Tag. Ihr Bewegungsapparat ist gut an das Laufen auf dem rauen Untergrund angepasst. Das macht es sehr

schwierig, sie zu fangen. Man muss sich einiges einfallen lassen, will man auch nur ein einziges Exemplar erwischen.

Die Chancen, einen Etendeca Kurzohrüsselspringer zu fangen, sind gering. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei

ein zu 1000. Wir vermischen Haferflocken, Erdnussbutter und ein wenig Würzpaste,

um dem Ganzen einen fleischigen Geschmack zu verleihen. Das lockt die Rüsselspringer an, denn sie sind

Insektenfresser. So gehen sie uns in die Falle. Jetzt

so klappt die Falle auf. Der Köder kommt in den hinteren Teil der Falle. Sobald der Rüsselspringer drin

ist, schnappt sie zu und er kommt nicht mehr raus. Okay,

[Musik] Kenntnisse im Fallenstellen allein reichen aber nicht aus, um einen

Etendecker Kurzohrüsselspringer einzufangen. [Musik]

Man muss auch sehr viel Geduld mitbringen.

So ist die Hoffnung der beste Verbündete des Wissenschaftlers.

[Musik] Allein beim Anblick von etwas so einzigartigem schlägt das

Wissenschaftler Herz höher. Fangen wir auch nur ein einziges Exemplar, ist dies ein Grund zum Feiern.

Hier inmitten des Basalts kommen mir immer meine Vorfahren in den Sinn. jene Menschen, die vor Hunderttausenden von

Jahren möglicherweise hier gelebt haben, dann versuche ich mit Ihnen, mit ihrem

Geist über das Gestein in Kontakt zu treten, denn ich glaube, dass diese Steine uns etwas mitzuteilen haben. Sie

sind schon so lange hier. Wenn ich mit den Steinen sprechen

könnte, würde ich es jeden Tag tun. So empfinde ich das.

Der Kontakt mit der Welt der Mineralien animiert manche Menschen zur Erforschung der Vergangenheit. Ganz so, als bestünde

zwischen ihnen und dem Gestein eine tiefe beinahe ursprüngliche Verbindung.

Im größten Vulkanomplex Kontinentaleuropas, dem zentralmassiv in Frankreich, war der

Basalt sogar die Lebensgrundlage der Menschen des Jungpaleolitikums.

Wie hier am Fuß der Verläu Blo, den Klippen von Blo etwa 20.000

Die Fäs du Blo und andere Basaltwände der Region waren die einzigen Orte, an

denen der prähistorische Mensch im damals sehr kalten Klima einen relativ geschützten Lebensraum vorfand.

Daher hielten sich die prähistorischen Völker automatisch am Fuße dieser Basaltwände auf.

Jean-Paul Renall, emeritierter Professor und Forscher am Institut für Urgeschichte und Quartergeologie,

überkommt jedes Mal, wenn er hierherkommt, das gleiche Gefühl.

Dieser Ort strahlt eine magnetische Anziehungskraft aus.

Die Felswand zieht einen Regelrecht an. Man möchte sich ihr nähern, sie berühren

und mit ihr in Kontakt trinken.

[Musik] Basalt ist ein sehr dunkler Stein

und wie alle schwarzen Objekte speichert er die Wärme der Sonne

und nach Sonnenuntergang strahlt er über Nacht Wärme ab.

Das bedeutet, dass man von einem warmen nächtlichen Mikroklima profitiert, wenn

man am Fuße einer Basaltwand schläft.

Als ich das erste Mal vor der Basaltwand stand, war ich überwältigt.

Der Anblick des imposanten Felsens war wie ein Schock für mich.

Das war mein erster Eindruck. Ich war von der riesigen Basaltwand, die mich überragte, total überwältigt. Man spürt,

dass da etwas ist, das einen anspricht und magnetisch anzieht. Etwas ist da.

Ich kann mir vorstellen, dass die prähistorischen Menschen, die die Nähe

der Felswand aufsuchten, durchaus etwas vergleichbares wahrgenommen haben könnten. Und vielleicht haben sie es auf

ihre mythischen Vorfahren bezogen. Ich glaube, es ist ein Ort, der dazu anregt, über seine Ursprünge nachzudenken.

[Musik]

Als die Menschen zum Fuße der Klippen von Bloen, fanden sie diesen durch diese Blöcke nach außen gut geschützten

Bereich vor. Zudem gab es hier eine Quelle.

Sie bauten den Bereich weiter aus. Er bildet eine Art Wiege, in der man leicht Unterschlupf finden kann.

Das war mit Sicherheit der Grund, warum sich die Menschen hier niederließen.

[Musik]

In dieser vom Basalt dominierten Landschaft nutzte der prähistorische Mensch den Stein natürlich auch, um

Gegenstände daraus zu machen, wie diesen Faustkeil, der nur wenige

Meter von hier entfernt gefunden wurde. [Musik] Dieser Fund belegt, dass sich hier lange

vor dem modernen Menschen bereits Menschen aufgehalten haben.

Manche dieser Objekte weisen Gravuren auf.

Das Rhenti auf diesem Basaltkiesel wurde hier vor 26 bis 28 000 Jahren von Homo

Sapiens eingeritzt. [Musik]

Die gefundenen Artefakte verdeutlichen, dass sich an diesen Städten ein Leben abgespielt haben muss, das sich nicht

nur ums Überleben drehte. Man saß am Feuer und redete über das Leben und wie

man es verbessern könnte.

Es ist anzunehmen, dass sie eine Spiritualität besaßen, bei der sich alles um den Basalt drehte, dass sich

das ganze Leben um diesen Stein drehte.

Basalt ist der Stein der Kontraste schlecht hin. Wenn es schneit, betont der Kontrast von schwarz und weiß seine

Konturen. Basalt verleht der Landschaft immer Dynamik.

[Musik] Es ist denkbar, dass die prähistorischen Menschen dem Basalt als die

Hinterlassenschaften, den Magen, den Kopf, was auch immer ihrer Vorfahren gedeutet haben, die vor ihnen hier

lebten und die Landschaft geschaffen haben. [Musik]

Basalt ist wie die Menschen in dieser Region. Hinter der rauen Schale verbirgt sich

eine unglaubliche Anpassungsfähigkeit an alle Widrigkeiten des Lebens.

[Musik] Auch heute noch leben die Menschen im

Zentralmassiv in eng gebauten Dörfern aus Basalt und Vulkangestein. [Musik]

Sie betreiben nach wie vor Ackerbau auf den fruchtbaren Hängen der Vulkane. Der Basalt hat sich hier an der Verläs Düblo

auf die Evolution der Menschheit ausgewirkt. Doch an einem anderen Ort auf der Welt

hat er gar den Lauf der Geschichte bestimmt.

[Musik] In den Loverbads in den Vereinigten Staaten.

[Musik]

Es geschah vor fast 150 Jahren. Mitglieder des indigenen Volkes der

Modok entflohen aus einem Reservat, in das sie von der US-Armee gesperrt worden waren, in dieses Gebiet, in das Land

ihrer Vorfahren, das hauptsächlich aus Basaltgestein besteht.

Die US-Armee beschloss, die Verfolgung der Geflohen aufzunehmen.

Dies war der Beginn des sogenannten Modkrieges.

[Musik] Der Modakkrieg wurde überwiegend hier in

den Lavaabads ausgetragen. Die US-Armee zählte etwa 1000 Soldaten.

Daher entschied man sich für einen Erstschlag. Doch der scheiterte.

David Curtis ist Archäologe. Er durchstreift die Laverabbats nach Relikten dieses Krieges aus

Basaltgestein, um sie zu katalogisieren und zu bestimmen, auf welche Weise sie

das Kräfteverhältnis zwischen den kriegführenden Parteien beeinflusst haben.

Anhand dieser Elemente sieht man, dass der Basalt während des Modok Krieges eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Der Basalt hier ist so schroff und scharfkantig, dass die US-Armee mit

ihren Pferden nicht darüber reiten konnte. Aus Angst. Ihre Pferde könnten danach lahmen. Er war so scharf, dass

die Pferde sich leicht verletzen konnten. Auch die Soldaten konnten sich allein beim Darüberlaufen verletzen.

Es gibt mehrere Tagebuch Aufzeichnungen von Soldaten, die beschrieben, wie sie versuchten auf diesem Boden zu schlafen.

Sie fanden nie eine flache Stelle, wo sich ihnen nicht ein Stein in den Rücken oder ins Bein bohrte.

Keiner der Soldaten war je zuvor hier gewesen. Sie kannten die Bodenverhältnisse nicht.

Die meisten hatten noch nie ein Vulkan oder ein Lavafeld zu Gesicht bekommen.

Sie müssen sich vorgekommen sein wie auf einem anderen Planeten. Die Modak hingegen kannten sich hier

bestens aus und wussten genau, wo sie sich verstecken konnten.

Die zerklüftete und chaotische Landschaft bot in Modot den besten Schutz.

Und zwar nicht nur in Form von Verteidigungsbarrieren. Da sie den Basalt verwendeten, aus dem

hier alles besteht, waren ihre Anlagen so gut getant, dass sie quasi unsichtbar

waren. Selbst heute noch fügen sie sich perfekt

in die Umgebung ein und die Modak konnten sich darin verschanzen.

[Musik] Das Lava Bads National Monument ist ein

Schutzgebiet, das aus großflächigen Lavafeldern besteht. An vielen Stellen haben die Lavaströme Lavaröhren

geschaffen. 80 und eine von diesen lang gestreckten

Höhlen hat man bis dato entdeckt und es kommen ständig weitere hinzu.

Die 53 Krieger des Modog Stammes nutzten ihre Ortskenntnis und machten sich den

Basal zum Verbündeten. Hier in dieser Höhle, die seither als

Captain Jacks Fortress bekannt ist, lagerten sie.

[Musik] Von dieser schroffen und unwirklichen

Höhle aus schafften sie es tausend amerikanische Soldaten fast 6 Monate lang in Schach zu halten.

Auch für David Curtis ist ein Streifzug durch den Basalt eine Reise in die Vergangenheit.

Vor allem hier in der Captain Jacks Fortress kann man sich mit ein wenig Vorstellungskraft leicht in die damalige

Zeit zurückversetzen. Man bekommt eine Vorstellung davon, wer

diese Menschen waren, die hier lebten. Man kann die Geister der Vergangenheit förmlich spüren.

[Musik] Es war wirklich so. Alles hat sich so

zugetragen. Alles ist bis heute in der hiesigen Landschaft verankert.

[Musik] Für mich sind diese Felsen nicht nur Überreste der Vergangenheit und obwohl

die Lava nicht mehr heiß und flüssig ist, ist diese Landschaft immer noch extrem dynamisch.

[Musik] Auch weiter im Süden beflügelt ein

Monolit die Vorstellungskraft, der Shiprock, von dem die nach Wachos glauben, dass er ihre Feinde in Stein

verwandeln kann. Die markante Felsformation ist der Überrest eines erodierten Vulkanschlots.

Als die Aktivität des Vulkans nachließ, verfestigte sich die Lava im Schlo zu einem Pfopfen aus Basaltgestein.

Mit der Zeit erodierte der Berg. Der weichere Aschekegel verschwand zuerst

und der Shiprock aus erstarrem Basalt blieb als Härtling stehen.

Überall auf der Welt faszinieren Vulkanschlote die Menschen. Sie stechen so sehr aus der restlichen Umgebung

heraus, dass sie in vielen Kulturen als Heiligtümer betrachtet werden. Heilige

Berge erschaffen, um mit den Göttlichen in Kontakt zu treten.

[Musik]

Auch dieser Basaltberg in Indien ist von merkwürdiger Gestalt,

doch er wurde von Menschenhand geformt.

Um hier mit den Göttlichen in Kontakt zu treten, muss man sich in sein Inneres begeben.

[Musik]

Mohammad Fassihuudin Maki ist Edelsteinjäger und dem Basalt findet er sein Glück.

Beim Umwandlungsprozess von Lava zu Basalt werden verschiedene Chemikalien und Elemente im Inneren eingeschlossen

und sind unterschiedlichen Druck und Temperaturverhältnissen ausgesetzt. Diese Bedingungen machen es möglich,

dass im Basalt Schmucksteine wie Apophylit entstehen.

Im schwärzesten Gestein können sich manchmal glitzernde Schätze verbergen. [Musik]

[Musik] In Indien glaubt man, dass Apophy die Chakren ausrichtet und den Geist in

einen Zustand von tiefer Ruhe und Gelassenheit versetzt.

[Musik]

Doch um die schönsten Exemplare zu finden, muss man manchmal tief in der Erde suchen. Cool.

เฮ

[Musik]

[Musik]

[Musik]

Ganz schön tief. Was? Also, was habt ihr schönes gefunden? [Musik]

[Musik] Ein weißer Apophylit mit wunderschönen

Kristallen. Man kann sehen, dass eine perfekte Kristallisation stattgefunden hat.

Und obwohl der Stein weiß ist und nicht besonders beliebt, eben weil er nicht farbig ist, mag ich ihn sehr, denn er

ist ein Naturprodukt. Ich mag alle Apophilite, egal ob weiß oder nicht.

In Schächten wie diesem findet man auch Zeolit.

Hier im Bundessat Maharastra gibt es besonders viel.

Aber man kann sich nicht darauf verlassen. Auf dem Grund dieser Schächte findet man viel mehr Basalt als

Kristalle. Die schönsten Steine, die schönsten Zeolite, die schönsten Apophylite sind

nicht einfach zu finden. खनिज म्हणतो आपण ते सगळे जिओलाट्स आहेत

Solange ich die Kraft habe, werde ich weitersuchen. Ich liebe diese Arbeit. Manchmal ist sie

frustrierend, aber ich liebe sie.

[Musik]

Seit jeher haben die Menschen in den Tiefen der Erde nach Edelsteinen gegraben. Doch in jüngerer Zeit graben

sie eher auf der Suche nach fossilen Energieträgern.

In Island, demand des Basalts, schlecht hin, könnte ein Experiment zukunftsweisend sein. Das Projekt ist

ein Versuch, den Menschen mit den Vulkanen, der Nutzung der Bodenschätze und dem Klima in Einklang zu bringen.

Und dies mit Hilfe einer erstaunlichen Methode, bei der der Basalt eine zentrale Rolle spielt.

Der Basalt spielt die Hauptrolle in einer Geschichte, die viel größer ist als er selbst. Bei Vulkanausbrüchen

bricht Lava hervor, die sich in Basalt verwandeln kann, aber es werden auch Gase wie Kohlendioxid freigesetzt.

Sigurodur Gislerson, Forschungsprofessor an der Universität von Island und Spezialist für Geochemie erzählt uns das

nächste Kapitel der großen Geschichte des Kohlenstoffkreislaufs.

Die Erde recycelt Kohlenstoff durch einen natürlichen Prozess, den wir Kohlenstoffkreislauf nennen. Sie tut

dies seit Hunderten von Millionen von Jahren. Auf diese Weise reguliert sie die Menge an Kohlendioxid in der

Atmosphäre. Aber seit Beginn der industriellen Revolution bohren wir in unserer

unersättlichen Ghöl und Gas und wir verbrennen sie praktisch

auf der Stelle, wodurch Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt.

Dadurch gerät der Kohlenstoffkreislauf aus dem Gleichgewicht und gefährdet unsere Atmosphäre und unsere Ozeane.

Menschen pusten in einer Woche so viel CO2 in die Luft wie sämtliche Vulkane auf der Welt in einem Jahr.

Angesichts solcher Zahlen ist der Befund eindeutig, aber Sigur Gislon möchte daran glauben,

dass es eine Lösung gibt.

Wir Menschen sind dafür verantwortlich bei allem, was wir tun, nachhaltiger und vernünftiger zu handeln. Aber das allein

reicht nicht, denn die Zeit ist knapp. Unser Projekt besteht darin, das

überschüssige Kohlendioxid abzufangen und dem Boden zu binden. Wir verwandeln Gas in Stein. Wir holen das Kohlendioxid

aus der Luft und lösen es in Wasser auf. Dann wird es unter Erde gepumpt, wo es

in weniger als zwei Jahren zu Stein wird. jörðina þar sem verður af steini á

minna einum. Wir versteinern das Gas sozusagen

und dabei hilft uns der Basalt. In den Tiefen des Basaltgesteins

verwandelt sich das Kohlenstoffdioxid in Carbonat, ein Mineral. Eine äußerst

ungewöhnliche Vorgehensweise. Schadstoffe einfach unter die Erde schaffen. Doch Sigodur Gislon beruhigt.

Der Kohlenstoff in uns, der Kohlenstoff in den Pflanzen hier kommt aus dem Basaltgestein. Alles entstammt der

vulkanischen Aktivität der Erde, auch die Basaltfelder hier. Das bedeutet, dass CO2 auch wieder dorthin

zurückkehren kann. [Musik] Vulkane können ziemlich furchterregend

sein. Natürlich haben sie viel Schaden angerichtet und viele Menschenleben gefordert.

Aber Basalt und Basalt Asche können unter optimalen Bedingungen auch Leben erschaffen.

[Musik]

Wir in Island haben gelernt, mit dieser Bedrohung durch die Natur zu leben. Wir sind sogar in der Lage, sie zu unserem

Vorteil zu nutzen.

Und inzwischen erkennen immer mehr Menschen, dass der schwarze Sand im Süden des Landes die schierend endlosen

schwarzen Basaltstrände in Wirklichkeit sehr nützlich sind. In Island gibt es

mehr Basalt als Bäume.

Der Basalt hat unsere Mentalität und unseren Charakter geprägt. Er ist Teil unserer Seele. Er drückt uns

seinen Stempel auf.

Aus der Tiefe der Vulkane steigen Lavaströme empor, die unter ihrer Glut alles begraben können und dennoch Leben

spenden. Denn dort, wo sich Basalt bildet, entstehen die schönsten

Gesteinsformationen und die heiligsten Berge. Dort, wo Basalt ist, entsteht

Leben. Ein Leben, das sowohl unsere schönsten Flecken Erde besiedelt, als

auch die Tiefen des Meeres, die ozeanische Kruste. Der Basalt gibt uns noch viele Rätsel

auf, doch seine Geheimnisse wird nur lüften können, wer ihm mit Geduld und

Respekt begegnet.