Mutter & Kind: Die wichtigste Beziehung unseres Lebens? Eine Mutter, die ihr Kind bedingungslos liebt. Das ist, glaube ich, so die Idealvorstellung, die man von dieser Mutter-Kind-Beziehung hat. Und ich denke dann aber oft: Ist das nicht völlig überzogen?

Kapitel 1: Begrüßung

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Also eine Mutter und ein fremdes Kind, weil ich hoffe, dass wir so besonders ehrliche Gespräche bekommen und will mit denen ein ganz besonderes Experiment machen.

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Hallo Mütter und Kinder, kommt rein! Hi! Moin! Hallo! Schön, dass ihr da seid.

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Wir haben 12 Menschen gecastet mit ganz unterschiedlichen Hintergründen und Familiengeschichten.

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Und einige sind hier echte Mutter-Kind-Paare und andere sind alleine als Mutter oder eben als Kind da. Ihr Lieben, wie schön, dass ihr da seid.

1 Minute

Mütter und Kinder. Und ich bin total gespannt, was ihr gleich erzählt. Ich habe Aussagen dabei.

1 Minute, 4 Sekunden

Wenn ihr einer Aussage von mir total zustimmt, geht ihr in Richtung der grünen Lampen für Zustimmung. Wenn ihr sagt, sehe ich ganz anders, dann in diese Richtung.

1 Minute, 12 Sekunden

Alles dazwischen könnt ihr quasi zur Abstufung nutzen. Okay? Meine Mutter hat mich bedingungslos geliebt.

1 Minute, 26 Sekunden

Also interessant, dass alle direkt die Extremposition einnehmen. Keiner, der irgendwie so ein Zwischending hat. Hier, ihr wurdet alle geliebt von eurer Mutter.

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Ich musste nie irgendwelche Erwartungen erfüllen, um geliebt zu werden.

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Ich habe niemals das Gefühl gehabt, irgendwelche Bedingungen erfüllen zu müssen. Und ich durfte mich selber verwirklichen. Ich durfte die Schule hinschmeißen.

1 Minute, 42 Sekunden

Ich durfte nach Südamerika reisen für ein paar Jahre und habe nie das Gefühl gekriegt, dass ich deswegen weniger wert bin für sie oder so. Bedingungslose Mamaliebe.

1 Minute, 49 Sekunden

Die ist so heftig und intensiv, dass ich mich sogar dahinter gestellt habe. Es ist sogar weitaus mehr als nur bis hier. Wirklich? Du würdest am liebsten nach dahinten gehen? Ja, eigentlich schon.

1 Minute, 57 Sekunden

So könnte ich mich auch da ganz hinten hinstellen, tatsächlich, ja. Wie äußert sich das? So eine Liebe, dass sie einfach Angst hatte um mich.

2 Minuten, 4 Sekunden

Und selbst heute, ich habe gesagt, ich muss mit dem Auto dann dorthin fahren.

2 Minuten, 8 Sekunden

Und sagte sie, Mensch Kind, schick mir deinen Standort und schreib mir auch zwischendurch und fahr nicht zu schnell. Das nennst du Liebe?

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Ich fand das immer nervig, wenn meine Mutter das gemacht hat. Also das wäre jetzt der nächste Part, den ich jetzt auch sagen würde.

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Ich würde nicht sagen nervig, aber manchmal kann eine bedingungslose Liebe auch so intensiv sein, dass sie vielleicht auch zu viel ist. So, dann können wir zur anderen Seite.

2 Minuten, 33 Sekunden

Keine bedingungslose Liebe. Du bist auch ganz sogar hinter die Lampe noch. Ja. Magst du erzählen? Ja, ich bin ein bisschen aufgeregt.

2 Minuten, 42 Sekunden

Ich kenne keine Mutterliebe. Aber ich bin Mama und ich würde für meine Kinder alles tun.

2 Minuten, 50 Sekunden

Ich liebe die so, dass es manchmal wehtut.

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Und umso schlimmer ist dann für mich das Gefühl, das nicht zu kennen, selber.

3 Minuten, 2 Sekunden

Hast du für dich eine Erklärung, wieso deine Mutter dich nicht geliebt hat? Ja, also es gibt ein paar Sachen, die halt mit meinem Vater zusammenhängen.

3 Minuten, 12 Sekunden

Das war keine schöne Ehe und meine Mutter ist damals weg, als ich Baby war. Und mein Vater hat mich bei meiner Oma abgeladen.

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Der wollte mich auch nicht. Ja, und in diesem Haushalt gab es auch keine Liebe.

3 Minuten, 31 Sekunden

Würdest du denn sagen, jetzt stehst du ja hier und hast dein Leben irgendwie gelebt bisher und lebst es weiter, dass man auch ohne diese Mutterliebe dann durchkommt?

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Oder was fehlt? Es fehlt sehr. Man versucht das Beste draus zu machen. Aber es gibt immer Momente, wo man denkt: Warum?

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Und umso mehr habe ich es meinen Töchtern gegeben. Dankeschön. Vielen Dank. Du stehst so einen guten Meter, fast 2 Meter weg.

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Also wenig Mutterliebe? Sehr wenig, würde ich sagen.

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Ich denke, meine Mutter war auch nicht unbedingt fähig dazu, den Umständen entsprechend.

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Also sie, also wir sind von meinem Vater geflohen, als ich klein war. Wegen Gewalt?

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Ja, und es war halt absolut nicht sicher.

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Und meine Mutter hat halt durch Überforderung die Gewalt, die sie selber erfahren hat, an uns Kinder weitergegeben. Jetzt, wo du erwachsen bist, wie ist es da?

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Ich hätte sie tatsächlich immer noch gerne.

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Ich habe den Kontakt abgebrochen, weil ich sie nicht mehr tragen konnte. Okay.

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Ich habe halt als älteste Tochter die gesamte Erziehung meiner Geschwister übernommen und hatte dadurch halt auch absolut keine Kindheit und meine Jugend auch und habe dann später auch im Heim gewohnt.

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Und ja, man braucht die Mutter, egal in welchem Alter. Vielen, vielen Dank. Sehr gerne.

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Dankeschön. Kommt gerne wieder zu mir in die Mitte. Mamasein ist schwer.

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So, zwei Mütter, die sagen, ist nicht schwer. Oder bist du Mutter auch? Ich bin auch Mutter. Und ist einfach. Ich finde es einfach, ja. Ich kann da gar nichts Nachteiliges sagen.

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Weder Pubertät oder— Ich habe zwei Jungs, zwei Mädels.

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Der Jüngste ist jetzt 17 und ich habe irgendwie gar keine Probleme mit denen. Also ich bin ziemlich locker drauf und kontrolliere halt nicht so viel.

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Vertraue ganz viel. Das heißt für mich eben auch lieben. Und ich kriege immer ganz viel zurück. Schön. So, Mama sein ist einfach.

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Vom Gefühl her, Mutter sein ist einfach grandios und das ist überhaupt nicht schwierig.

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Und wenn man das Glück hat, wie sie das ja auch hat, dass man wirklich sofort die Verbindung hat, sobald man das kleine Zauberwesen im Arm hat und

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spürt einfach, was das für ein grandioses Individuum wird, dann ist das einfach leicht.

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Aber wenn dann so die Schwierigkeiten dazukommen, wir haben, ich habe mit meinem Mann 3 Kinder und eines davon war auch, ist chronisch krank und das ändert natürlich ganz viel.

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Und dann stellt sich natürlich, weil du eben gesprochen hast, die Erwartung, ja, dann kommt das nämlich alles, dass die eigenen Wünsche und Träume so nicht mehr zu verwirklichen sind.

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Wie bringt man das in Einklang? Das ist dann schon wieder ganz schön schwierig.

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Und trotzdem bleibe ich dabei, Mutter sein und die Liebe zu den Kindern, das war nie das, das ist nicht schwierig.

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Aber ich weiß auch, dass es für viele, dass es immer wieder dieses gibt, dass es halt eben Frauen nicht leicht fällt, ihr Kind zu lieben.

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Und das ist dann auch dramatisch.

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Und deswegen habe ich das auch als Gnade empfunden, dass ich das konnte und dass mir das möglich war.

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Bei mir im Studio übernehmen jetzt teils zufällige Paarungen, teils aber auch die echten jeweils die Rolle von Mutter und Kind.

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Gibt es so einen Satz für dich, wenn du dir vorstellst, das wäre jetzt deine Mutter, den du sagen würdest? Feel free!

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Und falls euch das als Erfahrung an irgendeiner Stelle unangenehm ist oder zu viel ist, dürft ihr einfach jederzeit aussteigen. Okay?

7 Minuten, 9 Sekunden

Ja, danke, dass du den Mut hattest, das alleine durchzuziehen. Ziehen mit uns vieren.

7 Minuten, 15 Sekunden

Aber mir hat einfach deine Liebe total gefehlt und ich vermisse dich sehr.

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Aber ich weiß, dass ich dich nicht mehr tragen kann. Möchtest du ein Taschentuch haben? Ja, habe ich.

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Moment, eine Sekunde. Bitte schön. Und atme durch. Nimm dir Zeit. Wirklich.

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Es ist gut, das mal auszusprechen.

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Aber es tut halt auch weh. Ja.

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Gibt es aber so ein Verständnis auch oder so

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ein vielleicht Nachvollziehen für die Fehler, die deine Mutter gemacht hat oder für das, wo du sagst, das werfe ich ihr auch vor? Also weißt du, oft hat man ja so beide Seiten irgendwie in sich.

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Also ich kann nachvollziehen, dass sie absolut überfordert war mit 4 Kindern alleine und extrem traumatisiert selber.

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Es gibt aber auch einige Sachen, wo ich denke, so, dass wir alle noch am Leben sind, alle 4, ist echt ein Wunder.

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Also es kam zu Situationen, die absolut schrecklich waren.

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Du hast es jetzt einfach gehört und angenommen. Was macht es mit dir? Du bist Mutter. Ja, es berührt mich total.

8 Minuten, 40 Sekunden

Ich finde es ganz schlimm und ganz traurig, dass du so diese Erfahrung machen musstest.

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Ich bin da sehr bei dir und mir fehlen da eigentlich wirklich auch die Worte, weil ich selbst auch immer merke, wie ich eigentlich auch so von Glück besiedelt bin.

8 Minuten, 52 Sekunden

Und wenn ich dann so andere Dinge höre wie von deiner Seite jetzt, das tut mir enorm leid und es tut mir auch richtig weh.

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Dankeschön. Bist du in Therapie? Ja, ich mache Traumatherapie. Das heißt, du bist in guten Händen. Ja. Das freut mich total.

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Dann einen guten Weg da weiterhin. Vielen, vielen Dank. Dankeschön.

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Wie ist das bei euch?

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Habt ihr auch so einen Satz, wo ihr sagt, den hätte ich meiner Mutter immer schon sagen sollen? Oder umgekehrt als Mutter meinen Kindern? Wenn ihr den teilen wollt, total gerne jetzt in die Kommentare.

9 Minuten, 39 Sekunden

Jetzt muss ich wissen, ist schon wer Mama? Will wer Mama? Du bist Mama? Nein, ich bin Tochter. Du bist die Tochter?

9 Minuten, 47 Sekunden

Ja. Da hast du ja jetzt genau die Chance.

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Manchmal ist es ja schwieriger, jemandem, um den es wirklich geht, das direkt zu sagen. Hier sitzt jetzt die stellvertretende Mama. Ja, also Mama, ich liebe dich über alles.

9 Minuten, 57 Sekunden

Ich kann mir keine andere Mutter vorstellen. Und ja, ich liebe dich einfach.

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Kurzer Blick zur echten. Abgenommen? Abgenommen. Abgenommen. Gut. Und du umgekehrt? Also ich bin alleinerziehende Mama, seitdem sie ein Jahr alt ist.

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Nur als Hintergrund: Ich bin aus einer häuslichen Gewalt entflohen mit Polizeihilfe.

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Und meine Tochter mit einem Jahr habe ich dann auf dem Arm gehabt, bin da raus aus dieser grausamen Ehe.

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Und da habe ich immer wieder auch das Gefühl gehabt, machst du es richtig?

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Weil irgendwo entscheide ich ja in dem Moment für dieses kleine Wesen und entreiße sie einer Familie.

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So, es war zwar eine grausame Ehe und eine zerbrochene Familie und es war richtig rauszugehen, aber trotzdem fühlt es sich manchmal ein bisschen falsch an.

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Genau.

10 Minuten, 55 Sekunden

Das Gute ist, dass sie mir, also ohne dass ich irgendwas gefragt habe, hatte sie dann von sich aus gesagt: Mama, du und ich, wir sind eine Familie. Und das tat mir richtig gut.

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Das hat mir das Gefühl gegeben: Nein, das ist der richtige Weg gewesen. Was willst du ihr denn sagen? Ich bin stolz auf dich.

11 Minuten, 11 Sekunden

Du hast mit mir wirklich die ganzen schweren Schritte überstanden und du hast mir wirklich auch viel Halt gegeben.

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Und ich glaube, ohne dich Wäre ich da nicht rausgegangen. Ich habe es für dich getan, weil ich an dich gedacht habe.

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Und ich wollte, dass du mich als Vorbild nimmst.

11 Minuten, 31 Sekunden

Wenn du irgendwann, Gott bewahre, so etwas erleben solltest, dass du weißt, man muss es nicht durchhalten. Man kann auch rausgehen aus so einer Situation.

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Das wäre, was ich sagen würde. Sandra und Sarah sind tatsächlich Mutter und Tochter.

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Und der Satz an die Tochter? Ich liebe dich über alles. Magst du mal das Gefühl beschreiben, wenn man das von seiner Mutter hört?

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Ja, es ist wundervoll eigentlich.

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Das ist halt nicht wie so ein kurzes Hab dich lieb am Ende von so einem Telefonat.

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Sondern das ist halt viel tiefergehend und viel, als würde sich irgendwie so eine ganz warme Schicht ums Herz legen. Ja.

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Jetzt gibt es ja aber auch bei allem, was wir gehört haben, was auch nicht gut laufen kann, finde ich auch in diesen tollen Beziehungen, wie ihr sie scheinbar habt, immer wieder auch Momente, wo

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man vielleicht sagt, boah, da sind die Ansprüche trotzdem zu hoch und da wünscht man sich, dass die Mutter perfekt ist. Aber wer ist schon perfekt? Kennst du das auch?

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Ja, die letzten anderthalb Jahre waren nicht so einfach. Mama hat innerhalb von anderthalb Jahren ihre beiden Eltern verloren.

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Und da muss man einfach auch mal lernen, sich selbst zurückzustellen. Als Kind meinst du? Als Kind, ja.

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Auch wenn man selbst super traurig ist und mit der Situation überfordert. Da steht eine Mama, die ihre Mama verloren hat.

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Und wenn ich mir das vorstelle, ich könnte es nicht.

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Und dein Satz an deine Mama? Ja, Mama, was soll ich sagen? Also, du bist wunderbar, so wie du bist.

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Und es tut mir leid, dass ich dich ständig belaste mit meinen Problemen, dass ich viel zu wenig Verantwortung für mich selber übernehme und das immer auf dich schiebe.

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Und ja, ich werde es in Zukunft besser machen und endlich verstehen, dass ich derjenige bin, der für mein Leben

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verantwortlich ist und dass es mit dir nicht zu tun hat, wenn ich auf die Fresse fliege. Magst du ein bisschen was zum Hintergrund sagen?

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Also auf der einen Seite bin ich ganz, ganz selbstständig, reise alleine in der Welt rum und so.

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Auf der anderen Seite habe ich mich finanziell sehr, sehr auf meine Mutter verlassen.

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Viel zu sehr teilweise, meine Ausbildung finanziert und solche Sachen.

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Hast du denn deiner Mutter mal so Danke gesagt, wie du es gerade getan hast? In echt? Ja, schon. Es ist aber mal wieder Zeit dafür. Ja?

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Was würdest du denn deiner Mama sagen?

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Also einen Satz für meine Mutter hätte ich: Du weißt nicht, was du mir damit angetan hast. Eine lebenslange Wunde.

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Aber muss das so sein? Und muss das so bleiben? Dazu forscht die Psychologin Fabienne Becker-Stoll seit vielen Jahren.

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Die Erfahrung, die ich mit meiner Mutter mache, beeinflusst die später auch, wie ich dann als Mutter bin. Also geht das über mehrere Generationen?

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Wenn ich eine schwierige oder vielleicht auch unsichere oder gar belastende Erfahrung mit meiner Mutter gemacht

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habe und es war sonst niemand da, der vertrauensvoll und für mich da war, dann ist das wirklich eine Belastung.

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Das Entscheidende ist: Gab es jemanden, der in meiner Kindheit über mehrere Jahre als liebevolle Person da war, zu der ich hinkonnte?

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Das Spannende ist, dass die Hälfte der heute sicheren Mütter, wenn wir von denen sprechen wollen, dass die wiederum ganz, ganz schwierige Erfahrungen in der Kindheit gemacht hat.

15 Minuten

Ich versuch’s mal für uns alle runterzubrechen. Menschen machen Bindungserfahrungen. Das hast du uns erklärt. Vor allem am Anfang des Lebens ist es ein ganz zentraler Moment.

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Wenn ich da lerne, da ist keiner, der kommt, wenn ich schreie, dann ist das etwas, was viel später im Leben noch eine Rolle spielen kann.

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Dann kann ich zum Beispiel ein unsicherer oder ein ängstlicher Bindungstyp sein. Immer so eine Armlänge auf Abstand, gerne auch in Liebesbeziehungen.

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Jetzt sagst du aber Vorsicht, das stimmt nicht. Das stimmt so einfach nicht.

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Das ist ganz wichtig, dass diese ersten Lebensjahre mit den Eltern oder mit der Mutter, dass die zwar wichtig sind und

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prägend sind, aber dass das nicht so ist wie ein Stempel und danach ist es für immer entschieden, sondern dass alle anderen

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Erfahrungen, die kommen werden, die ich mit anderen nahen Personen mache, die prägen und beeinflussen mein Verständnis von nahen Beziehungen, von liebevollen Beziehungen auch.

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Das heißt, diese frühen Bindungserfahrungen, wir wissen, die sind nachhaltig, aber die sind nicht allein entscheidend.

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Jetzt würde ich zum Schluss von euch noch mal wissen wollen, was ihr mitgenommen habt, wo ihr sagt, das ist bei euch hängen geblieben, das kann man vielleicht anderen mitgeben und das würdet ihr euch wünschen.

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Ich würde mir einfach wünschen, wirklich, dass wir es endlich nach so vielen Jahren hinkriegen, endlich mal partnerschaftlich

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miteinander das Thema anzugehen und zwar wirklich durchgehend durch alle Gesellschaftsschichten.

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Ich sag meiner Mutter zwar oft, dass ich sie liebe, aber trotzdem sehe ich auch viele Sachen als selbstverständlich, weil sie einfach immer da ist, immer alles macht.

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Deswegen würde ich da einfach anderen mitgeben, dass man vielleicht einfach noch mal noch dankbarer sein sollte für die Person, die einen geboren hat, für seine Mutter.

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Heute ist mir erst recht bewusst geworden, dass ich Glück habe, dass meine Mama noch da ist und dass ich auch meine Tochter habe, dass ich für sie da sein kann.

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Und das ist ein großes Glück. Und für diese Erkenntnis danke ich euch allen sehr. Ich finde auch, dass hier ganz tolle Leute sitzen.

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Ich drücke euch alle mal. Und ja, Familie ist Leben. Familie ist Leben.

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Das darf man nicht vergessen. Dankeschön. Ihr Lieben, danke, dass ihr da wart.

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Wirklich von Herzen total berührend, was ihr erzählt habt und auf eurem Weg jeweils. Alles, alles Gute, ob als Mama, Tochter, Sohn oder beides.

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Tausend Dank wirklich noch mal, auch stellvertretend für alle, die uns hier zugucken. Das war sehr, sehr berührend, sehr, sehr bewegend. Deswegen echt alles, alles Gute und von Herzen danke.

17 Minuten, 28 Sekunden

Und wenn ihr das auch so seht, ihr da draußen, Leute, dann lasst uns das doch fühlen.

17 Minuten, 32 Sekunden

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17 Minuten, 37 Sekunden

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