1-1 Verschieben der Hüftachse nach vorn und hinten Dr. med. Hans Flury: Die neue Leichtigkeit des Körpers: Übungen zum Falten
Übungen zum Falten
1-1 Verschieben der Hüftachse nach vorn und hinten
Sie spüren bei dieser Übung, wie die Schwerkraft den Körper je nach Stellung der Hüftachse nach vorn oder nach hinten durchbiegt. Entsprechend müssen Muskeln an der Vorder- oder Hinterseite des Körpers arbeiten, um ihn aufrecht zu halten und aufzurichten. Der Vergleich zeigt, daß das Gleichgewicht besser und der Kraftaufwand geringer ist, wenn sich die Hüftachse hinter der Mittellinie befindet.
- 1. Stehen Sie mit den Füßen parallel. Sie sollen etwa 10-20 cm voneinander entfernt sein. Knie und Rumpf sind ganz gestreckt und bleiben so. Stellen Sie sich jetzt möglichst plastisch vor, Ihr Körper bestünde aus zwei starren Stäben, die durch die Hüftachse als Scharniergelenk miteinander verbunden seien.
- Spüren Sie, wie das Gewicht Ihres Körpers Ihre Füße an den Boden drückt. Lassen Sie alle Muskeln um die Hüftgelenke weich werden, bis Sie fühlen, daß sich das Becken nach vorn oder nach hinten in Bewegung setzt. Bleiben Sie passiv und beobachten Sie möglichst objektiv, ob Ihr Körper von selbst nach vorn oder nach hinten zusammenklappt.
- 2. Nachdem das Becken nach vorn oder nach hinten beschleunigt worden ist, kippt der gestreckte Oberkörper schnell in die entgegengesetzte Richtung.
- 3. Stoppen Sie diese Bewegung und spüren Sie deutlich die Schwerkraft, die den Körper durchbiegt. Sie werden leicht merken, wo Sie dagegenhalten müssen. Bringen Sie das Becken zurück in die Ausgangsstellung und stellen Sie den Oberkörper senkrecht darüber. Sie stehen jetzt wieder ganz gerade.
- 4. Lassen Sie das Becken jetzt zur andern Seite gleiten. Der Oberkörper kippt wieder in die entgegengesetzte Richtung. Sie können spüren, daß der Körper passiv bewegt wird.
- 5. Lassen Sie eine ganz langsame Pendelbewegung in beide Richtungen entstehen. Spüren Sie jeweils den Durchgang durch die senkrechte Neutralstellung und den Wechsel von aktivem Hochkommen und passivem Zusammenklappen. Vergleichen Sie den Kraftaufwand und das Gleichgewicht beider Bewegungsrichtungen.
Hinweise
Lassen Sie das Becken aus der Senkrechten nach hinten schnellen, indem Sie der Schwerkraft überhaupt keinen Widerstand entgegensetzen. Der Oberkörper fällt dabei fast frei nach vorn. Darauf lassen Sie das Becken aus der Ausgangsstellung frei nach vorn schießen; der Oberkörper fällt dabei nach hinten.
Der Körperschwerpunkt bleibt unverändert immer über den Füßen. Beim Durchgang durch die senkrechte Neutralstellung wird zuerst das Becken beschleunigt, dann kippt der Oberkörper sofort auf die andere Seite wie in einen Abgrund. Fühlen Sie sich wie eine Marionette oder ein Hampelmann, der ohne eigenes Zutun bewegt wird.
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