1-3 Falten entlang der Zickzacklinie Dr. med. Hans Flury: Die neue Leichtigkeit des Körpers: Übungen zum Falten
1-3 Falten entlang der Zickzacklinie
Ziel dieser Übung ist es, die Querachsen so nach vorn und nach hinten auseinandergehen zu lassen, daß der Körperschwerpunkt frei und ungehindert senkrecht sinken kann. Das eigene Gewicht zieht den Körper nach vorn und nach hinten auseinander und dadurch maximal in die Länge.
- 1. und 2. wie bei der vorangegangenen Übung 1-2.
- 3. Beachten Sie die Reihenfolge, in der die Querachsen auseinandergehen: Zuerst geht die Hüftachse nach hinten, dann die Schulterachse nach vorn, und erst zuletzt schieben sich die Knie nach vorn. Die Falten sollen möglichst weit waagrecht nach hinten und vorn gehen. Erst wenn sie nicht mehr weiter auseinandergehen können, ohne daß der Körperschwerpunkt sinkt, lassen Sie dies zu.
- 4. Halten Sie immer wieder ein und prüfen Sie, ob Ihr Körper maximal gedehnt ist. Kontrollieren Sie auch, ob die Mittellinie des Rumpfes nach vorn konvex geblieben ist. Entspannen Sie immer wieder Brust-, Bauch- und Rückenmuskeln. Die Arme hängen frei. Der Kopf liegt leicht im Nacken und ist frei beweglich.
- 5. Spüren Sie, wie die Knie nach vorn in die Faszienschlinge der Kniestrecker hineingedrückt werden und diese dehnen. Die Füße sind entspannt, flach und lang; die Fersen werden vom Gewicht des Körpers nach hinten geschoben. Die Hüftknochen ruhen auf den Oberschenkeln.
- 6. Um hochzukommen, pressen Sie die Füße noch stärker flach gegen den Boden. Dadurch werden zuerst die Knie gestreckt, die Sitzbeinhöcker werden nach hinten hochgehoben. Die Hüftknochen bleiben auf den Oberschenkeln liegen. Der Brustkorb kippt dabei etwas nach vorne. Erst dann beginnt das Brustbein nach vorne hochzusteigen. Es nähert sich dabei rasch der Senkrechten an. Erst zuletzt klappen Sie um die Hüftachse herum auf. Das Becken hängt immer noch möglichst weit hinten weg.

Hinweise
Legen Sie die Hände abwechselnd auf das Brustbein, das Schambein und das Kreuzbein, um zu spüren, wie der Körper bei dieser Übung in die Länge gezogen wird. Lassen Sie einen Arm waagrecht nach vorn, den andern nach hinten hängen. Sie nehmen dann noch deutlicher wahr, wie Oberkörper und Becken voneinander weggezogen werden. Stützen Sie die Hände auf die Knie, die Ellbogen zeigen nach außen, die Schultern hängen tief. Drücken Sie beim Hochkommen leicht auf die Knie, ohne die Arme zu strecken, und spüren Sie, wie dadurch die Hüftachse und die Sitzbeinhöcker noch weiter nach hinten hinausgeschoben werden.
Legen Sie die Hände flach auf eine Tischplatte vor sich, ohne sich darauf aufzustützen. Dadurch wird die nach vorn konvexe Form der Mittellinie deutlicher. Das Becken darf keinesfalls stillstehen oder sogar nach vorn


kommen, wenn die Knie nach vorne gehen. Ihr Körper muß sich gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen auseinanderbewegen.
Achten Sie darauf, daß Sie beim Hochkommen Ihr ganzes Gewicht in den Boden drücken und daß Sie sich gegen den Boden strecken. Sie sollten das Gefühl haben, Sie kämen allein durch den Gegendruck des Bodens wieder hoch, so als ob die Zickzacklinie von unten her gestreckt würde.
Achten Sie genau auf den Moment, in dem die Zickzacklinie senkrecht ist und bei dem die Achsen auf die »falsche Seite« hinüberwechseln. Sie stehen jetzt nicht mehr normal und kommen durch Loslassen auch nicht mehr ins Falten zurück!
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