Der Hays Code (oder Production Code) war eine Zusammenstellung von Richtlinien zur Herstellung von US-amerikanischen Spielfilmen, mittels derer „moralisch akzeptable“ Darstellungen besonders von Kriminalität, sexuellen und politischen Inhalten reguliert und überwacht wurden.


Will H. Hays setzte sich vehement für die Einführung des Production Codes ein, der deshalb umgangssprachlich auch als „Hays Code“ bekannt ist.

Die Motion Picture Producers and Distributors of America, Inc. (MPPDA, heute MPA), der Dachverband der US-amerikanischen Filmproduktionsfirmen, übernahm den Kodex 1930 zunächst auf freiwilliger Basis; angesichts drohender Zensurgesetze von Seiten der Regierung wurde er jedoch ab 1934 für Filmproduktionsunternehmen zur Pflicht. 1967 wurde der Code abgeschafft.

Vorgeschichte und Entstehung

Bereits 1907 war das noch relativ junge Medium des Kinos zur beliebtesten Freizeitbeschäftigung der Amerikaner geworden, von denen jeden Tag über zwei Millionen eines der über 3000 Nickelodeons im ganzen Land besuchten. 


Die Nickelodeons waren billig, und es gab weder feste gesetzliche Vorgaben für deren Öffnungszeiten noch für Altersbeschränkungen beim Zutrittsrecht. Die erste Kritik an diesen Vorformen des Kinos richtete sich allerdings weniger gegen die Inhalte der Filme, als vielmehr gegen das soziale Umfeld, in dem die Nickelodeons standen. 


Die damals schon mächtigen Sozialverbände propagierten, dass die Filme Jugendliche, die zwischen Fiktion und Wirklichkeit nicht unterscheiden könnten, zu Unmoral und Kriminalität erziehen würden. Dabei würde das ungesunde soziale Umfeld rund um die Standorte der Kinos dieser Entwicklung Vorschub leisten.