2018/06: OPEC will Produktion um eine Million Barrel erhöhen

Die Opec hat sich auf eine höhere Fördermenge geeinigt. Abnehmern und Anlegern reicht das nicht: Sie hatten mehr erwartet und rechnen mit weiterhin steigenden Preisen.
 

 

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat sich auf eine gesteigerte Erdölförderung geeinigt. Ab Juli sollen Mitglieder des Ölförderkartells und andere führende Ölländer wie Russland die Produktion um rund eine Million Barrel pro Tag oder um einen Prozent der weltweiten Nachfrage ausweiten. Das beschlossen die teilnehmenden Staaten während ihres Treffens in Wien und wollen so den Anstieg des Ölpreises der vergangenen Monate aufhalten.

Wichtigen Kunden der Opec wie etwa die USA, China und Indien reicht dies allerdings nicht. Auch Anleger und Aktionäre hatten mit einer deutlich höheren Produktion gerechnet. In der Folge verteuerte sich US-Öl um 3,5 Prozent auf jetzt 67,80 Dollar, der Preis der Nordsee-Ölsorte Brent stieg um rund zwei Prozent auf knapp 75 Dollar.

 

Für Skepsis sorgten dabei auch die Äußerungen von Suhail al-Masruei, Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate. Er deutete an, dass es für manche der produzierenden Länder schwierig sei, die Förderung zu erhöhen, weshalb unklar sei, ob die Produktion auch tatsächlich so stark steigen wird wie beschlossen.

 

„Die Entscheidung ist herausfordernd für die Länder, die Mühe haben, ihre Produktionsniveaus zu halten“, sagte Al-Masruei mit Blick auf die US-Sanktionen gegen den Iran sowie die innenpolitische Krise in Venezuela.

 

Effektiv dürfte die Fördermenge Experten zufolge unter einer Million Barrel liegen. Der weltweite Bedarf wäre damit nicht befriedigt, weswegen der Preis auch künftig hoch bleiben werde. Die Entscheidung des Ölkartells, so zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Analysten, sei vor allem ein Kompromiss zwischen Kernländern wie Saudi-Arabien einerseits und kooperierenden Staaten wie eben Venezuela und dem Iran andererseits.

Die 14 Opec-Staaten wollen sich nun noch mit den zehn Nicht-Opec-Staaten beraten, um die gemeinsame Linie an diesem Samstag offiziell zu beschließen. Da auch die Nicht-Opec-Staaten derzeit weniger Öl produzieren, als sie mit Blick auf das gemeinsame Förderlimit dürften, soll auch hier eine Ausweitung verhandelt werden.

 

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