Um mich vor solchen Falschmünzereien des Geistes zu schützen, stelle ich an den Anfang meiner Abhandlung einen Satz, der eigentlich an den Schluß derselben gehörte. Ich erkläre nämlich, daß ich in dem folgenden Aufsatz durchaus nicht behaupte, daß die Eigenschaften des Weibes identisch seien mit denen des Mannes. Im Gegentheil, ich spreche meine Ueberzeugung ausdrücklich dahin aus, daß 

ich an eine Verschiedenheit der männlichen und weiblichen Seele  glaube.

Weil meine subjectiven Anschauungen aber auf diesem Gebiet nichts sind und nichts sein können, als Hypothesen oder Inspirationen, die einer genügend wissenschaftlichen oder empirischen Grundlage entbehren, so hüte ich mich, sie dem Publikum aufzudrängen.

Mann und Weib besitzen verschiedene moralische und geistige Eigenschaften, ihrer verschiedenen körperlichen Organisation entsprechend, auf Grund deren die Beziehungen der  Geschlechter von der Zeit Eva’s bis zur Gegenwart bestimmt worden sind .

Diesen oder ähnlichen Aussprüchen und Phrasen ist die Ehre zu Theil geworden, als Wahrheit und Grundprincip seit unvordenklichen Zeiten in Aller Munde zu leben und in den Geistern Aller zu wirken.


Zu untersuchen ob und inwieweit obiger Ausspruch auf Wahrheit beruhe, zu erforschen, ob die Eigenart des weiblichen Geschlechts, seine charakteristischen Eigenthümlichkeiten sich auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse heut schon bestimmen lassen, ist der Zweck dieses Aufsatzes.